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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Handlungsleitfaden Diversitätssensible Primärversorgung

Angela Schuster - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
Tahira Masuud - Universität Bonn, Bonn, Deutschland
Kahina Toutaoui - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Rassismus und soziale Ungleichheit prägen Gesundheit und Gesundheitsversorgung in Deutschland, auch in der Primärversorgung.

Das We4DIP-Projekt reagiert auf dokumentierte Diskriminierungserfahrungen marginalisierter Patient:innen und den Mangel an praxisnahen Materialien für diversitätssensible Hausarztversorgung – durch partizipative Entwicklung eines Leitfadens.

Zielsetzung/Fragestellung: Der Leitfaden soll Teams in der Primärversorgung befähigen, rassismus- und diskriminierungssensible Strukturen und Interaktionen im Praxisalltag zu entwickeln. Leitend ist die Frage, wie Praxen in der Primärversorgung Rassismus als soziale Determinante von Gesundheit konkret adressieren und in umsetzbare Handlungsstrategien übersetzen können.

Diskussionspunkt: Die Umsetzung diskriminierungssensibler Versorgung erfordert geschützte Reflexionsräume, intrinsische Motivation, Ressourcen und institutionelle Rückendeckung – diese sind in vielen Praxen begrenzt. Entscheidend ist zudem, wie Praxen eine kollektive Haltung entwickeln können, mit der möglichst alle Mitarbeitenden mitgehen können. Zu diskutieren ist, wie diversitätssensible Praxisentwicklung angesichts von Zeitdruck, Personalmangel und Abrechnungsvorgaben realistisch verankert und von Berufsverbänden, kassenärztlichen Vereinigungen und Politik strukturell unterstützt werden kann.

Inhalt: Der Leitfaden macht Rassismus in der Gesundheitsversorgung sichtbar, erklärt ihn als soziale Determinante und zeigt, wie er Krankheiten begünstigt. Er beschreibt typische Diskriminierungskonstellationen im Versorgungsalltag (z.B. Kommunikation, Zugangsbarrieren, Struktur der Praxisorganisation) und ihre Folgen für Patient:innen. Ergänzend werden praxisnahe Instrumente vorgestellt, darunter Reflexionsfragen, Checklisten, Fallvignetten und konkrete Veränderungsschritte zu barriereärmerer, diskriminierungssensibler Versorgung im Team.

Take Home Message für die Praxis: Rassismus als soziale Determinanten von Gesundheit ist auch in der hausärztlichen Versorgung wirksam und beeinflussen Outcomes, die sich durch Anpassung der Versorgung adressieren lassen. Der Leitfaden bietet niedrigschwellige, sofort nutzbare Tools, um im Team ins Gespräch zu kommen, Abläufe zu überprüfen und erste strukturelle Veränderungen hin zu einer diskriminierungssensiblen Primärversorgung anzustoßen.

Interessenkonflikte: Keine