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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Klimasorgen bei Studierenden: Übersetzung und Validierung der Climate Change Worry Scale (CCWS)

Katharina Diehl - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Professur für Epidemiologie und Public Health, Erlangen, Deutschland; Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF), Deutschland; Comprehensive Cancer Center (CCC) Erlangen-EMN, Erlangen, Deutschland
Tatiana Görig - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Professur für Epidemiologie und Public Health, Erlangen, Deutschland
Raphael M. Herr - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Professur für Epidemiologie und Public Health, Erlangen, Deutschland
Andrea Söder - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Professur für Epidemiologie und Public Health, Erlangen, Deutschland

Text

Hintergrund: Der Klimawandel ist allgegenwärtig. Er beeinflusst nicht nur unsere Umwelt, sondern auch die menschliche Gesundheit. Dazu zählen nicht nur direkte Auswirkungen auf physische Gesundheitsoutcomes, z.B. aufgrund von Hitzeperioden, sondern auch indirekte Auswirkungen auf psychische Parameter. Zur Erfassung der letztgenannten Auswirkungen wurde die Climate Change Worry Scale (CCWS) entwickelt. Es handelt sich um ein Instrument mit zehn Items, das klimawandelbezogene Sorgen als psychologische Reaktion auf den Klimawandel misst.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, eine deutschsprachige Version der CCWS bei Studierenden zu validieren und potenzielle Zusammenhänge mit Gesundheitsindikatoren zu untersuchen.

Diskussionspunkt: Die deutschsprachige CCWS hat sich als valides Instrument zur Messung klimawandelbezogener Sorgen erwiesen. Der Zusammenhang zwischen Klimasorgen und psychischer Gesundheit unterstreicht, dass Studierende den Klimawandel als ernstzunehmende Bedrohung wahrnehmen. Vor dem Hintergrund unserer Ergebnisse sollten psychologische Beratungsstellen auf dem Campus für dieses Thema sensibilisiert werden, um Studierende beim Umgang mit ihren Sorgen zu unterstützen.

Inhalt: Die CCWS wurde ins Deutsche übersetzt und im Rahmen eines DFG-Projekts in einer bundesweiten Online-Befragung unter 1.105 Studierenden eingesetzt. Wir prüften die psychometrischen Eigenschaften der Skala und analysierten den Zusammenhang mit soziodemografischen Merkmalen sowie Gesundheitsoutcomes (Somatic Symptom Scale-8, Jenkins Sleep Scale, WHO-5 Well-being Index und Patient Health Questionnaire-8). Alle CCWS-Items luden auf einen Faktor; die interne Konsistenz war hoch (Cronbach’s alpha = 0,933). In multivariaten Regressionsmodellen zeigten sich positive Zusammenhänge zwischen der CCWS und selbstberichteten somatischen Beschwerden, Schlafproblemen, psychischem Wohlbefinden sowie depressiven Symptomen.

Take Home Message für die Praxis: Der Klimawandel hat nicht nur direkte gesundheitliche Auswirkungen, sondern schlägt sich auch in klimawandelbezogenen Sorgen nieder, die wiederum mit somatischen Beschwerden, Schlafproblemen, depressiven Symptomen sowie Wohlbefinden in Verbindung stehen.

Interessenkonflikte: Keine