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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Implementierung und Evaluation einer reflektierenden Lehreinheit zur Förderung professioneller Kompetenzen im Umgang mit älteren Patientinnen/Patienten
Text
Hintergrund: Die demografische Alterung stellt die ärztliche, insbesondere auch die hausärztliche, Versorgung vor wachsende Anforderungen, insbesondere im Umgang mit Multimorbidität, Demenz und komplexen psychosozialen Problemlagen. Neben medizinischem Wissen sind kommunikative, empathische und professionelle Kompetenzen zentral. Medizinstudierende erleben jedoch häufig Unsicherheiten im Kontakt mit älteren Patientinnen/Patienten. Evaluationen der Lehrveranstaltung Querschnittsbereich 7 (Q7) „Medizin des Alterns und des alten Menschen“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zeigen wiederholt Herausforderungen wie Überforderung, begrenzte therapeutische Handlungsspielräume sowie Spannungsfelder zwischen ärztlichem Ideal und Versorgungsrealität.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Implementierung und Evaluation einer reflektierenden Lehreinheit zur Förderung professioneller Haltung und empathischer Kompetenzen im Umgang mit älteren Patientinnen/Patienten sowie die Analyse relevanter Lernbedarfe.
Diskussionspunkt: Inwieweit können reflexive Lehrformate einen nachhaltigen Beitrag zur Vorbereitung auf die komplexen Anforderungen der ärztlichen, insbesondere der hausärztlichen, Versorgung älterer Patientinnen/Patienten leisten?
Inhalt: Die Lehreinheit nutzt narratives Schreiben zu konflikthaften Situationen aus dem klinischen Alltag. Die Texte werden in Kleingruppen reflektiert und aus Perspektive der Patientinnen/Patienten neu formuliert, um Perspektivwechsel und professionelles Handeln zu fördern. Die qualitative Begleitstudie basiert auf (1) 37 Erfahrungsberichten, (2) neun leitfadengestützten Interviews und (3) Gedächtnisprotokollen der Dozierenden. Die Auswertung erfolgt mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz (MAXQDA). Erste Ergebnisse zeigen zentrale Herausforderungen im Umgang mit Demenz, ambivalentem Verhalten, Autonomiewünschen sowie konflikthaften Interaktionen. Die strukturierte Reflexion unterstützt Studierende dabei, emotionale und kognitive Reaktionen besser zu verstehen und ihr professionelles Selbstverständnis weiterzuentwickeln.
Take Home Message für die Praxis: Reflexive Lehrformate fördern gezielt Kompetenzen, die insbesondere für die hausärztliche Versorgung essenziell sind: empathische Kommunikation, Umgang mit Unsicherheit und professionelle Haltung. Sie stellen eine niedrigschwellige, praxisnahe und curricular gut integrierbare Ergänzung dar.
Interessenkonflikte: Keine Interessenkonflikte vorhanden.



