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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Medikamente absetzen aber wie? Ein Workshop für Bürger:innen durchgeführt von dem German Deprescribing Network (GerDeN)

Achim Mortsiefer - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland; German Deprescribing Network, Deutschland
Sophie Peter - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland; German Deprescribing Network, Deutschland
Veronika Bencheva - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Witten, Deutschland; Universität Witten/Herdecke, Zentrum für klinische Studien, Witten, Deutschland; German Deprescribing Network, Deutschland
Nele Kornder - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland; German Deprescribing Network, Deutschland
Annika Viniol - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland; German Deprescribing Network, Deutschland
Petra Thürmann - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Witten, Deutschland; Helios-Universitätsklinikum Wuppertal, Wuppertal, Deutschland; German Deprescribing Network, Deutschland

Text

Hintergrund: Im höheren Lebensalter kommt es oft zum Auftreten mehrerer chronischer Krankheiten (Mulitimorbidität) & in der Folge zur Verordnung von vielen Medikamenten (Multimedikation). Nach medizinischen Leitlinien für einzelne Krankheiten gibt es für jedes der verordneten Medikamente gute Argumente, doch in der Summe wird nicht selten mehr Schaden als Nutzen erzielt. Studien haben gezeigt, dass die tägliche Einnahme von 5 oder mehr Medikamenten im höheren Alter mit einem erhöhten Risiko für Stürze, Verwirrtheitszustände & ungeplante Krankenauseinweisungen verbunden ist. Sowohl Patient:innen als auch Ärzt:innen fragen sich, wie eine gelungene Entscheidung über Beendigung oder Fortführung von Arzneimitteltherapien getroffen werden kann.

Zielsetzung/Fragestellung: In dem Workshop sollen Herausforderungen für das Reduzieren von Medikamenten (Deprescribing) bei Menschen in höherem Lebensalter anhand von Fallbeispielen diskutiert werden. Dazu zählen a) die Vermeidung potenziell ungeeigneter Arzneimittel in höherem Alter, b) die aufmerksame Beobachtung von Neben- & Wechselwirkungen, c) eine gemeinsame Diskussion und Entscheidungsfindung von Patient:innen & Ärzt:innen, d) die Verständigung über praktische Fragen zur sicheren Medikamenteneinnahme. Es werden Tipps für Patient:innen, Angehörige & Ärzt:innen gegeben, wie sie sich besser zu Medikamenten informieren & effektiver auf Arztbesuche vorbereiten können. Außerdem werden ausgewählte Forschungsergebnisse aus dem German Deprescribing Network (GerDeN) präsentiert. Fragen zur eigenen Medikation können durch Teilnehmende eingebracht werden.

Diskussionspunkt: Welche Faktoren erleichtern das Absetzen von Medikamenten? Wie können Patient:innen, Angehörige & Ärzt:innen diesen Prozess gemeinsam effektiv gestalten?

Zielgruppe: Bürger:innen mit & ohne Erfahrungen mit Multimedikation (Einnahme von 5 oder mehr Arzneimitteln täglich)

Didaktische Methode/n: Kurze Impulsreferate, Erfahrungsaustausch & Fallarbeit; Klein- & Großgruppendiskussionen

Take Home Message für die Praxis: Das Absetzen von Medikamenten (Deprescribing) stellt eine komplexe Entscheidungssituation dar, die nur durch eine sorgfältige Kommunikation über Behandlungsziele sowie durch klare und verständliche Informationen für Patient:innen & Angehörige bewältigt werden kann.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Prof. Dr. Achim Mortsiefer ist Hausarzt in Köln und Lehrstuhlinhaber für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung am Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag) der Universität Witten/Herdecke

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 25

Interessenkonflikte: Keine