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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Wie gelingt die Beantragung der medizinischen Rehabilitation? Förderliche Faktoren aus Sicht von Gesundheitsprofessionellen, Leistungsträgern und Forschung

Maria Mader - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG3 Epidemiologie & International Public Health, Bielefeld, Deutschland
Stefanie Neudecker - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG3 Epidemiologie & International Public Health, Bielefeld, Deutschland
Oliver Razum - Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG3 Epidemiologie & International Public Health, Bielefeld, Deutschland

Text

Hintergrund: Die medizinische Rehabilitation (MR) ist in Deutschland eine zentrale Strategie zur Erhaltung, der Erwerbsfähigkeit und gesetzlich geregelt. Die Beantragung erfolgt in einem administrativen Verfahren unter Beteiligung verschiedener Akteure (z.B. Leistungsträgern, Gesundheitsprofessionellen und Mediziner:innen). Barrieren (u.a. ein niedriger sozioökonomischer Status oder Informationsdefizite) können den Zugang zur MR hemmen. Zugleich gibt es förderliche Faktoren, die den Zugang determinieren und erleichtern können.

Zielsetzung/Fragestellung: Dieser Beitrag zeigt bislang wenig berücksichtigte förderliche Faktoren für die Beantragung der MR auf.

Material & Methoden: Es wurden n=4 Interviews und n=8 Fokusgruppen mit Akteuren (n=36) ambulanter, stationärer und rehabilitativer Versorgung, Leistungsträgern und aus Rehabilitations- und Versorgungsforschung sowie der Selbsthilfe geführt. Es wurde ein Maximum Variation Sampling verfolgt. Alle Gespräche (45–76 min) wurden DGSVO-konform aufgezeichnet, transkribiert und pseudonymisiert sowie mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse in MAXQDA ausgewertet.

Ergebnisse: Es gibt diverse Zugangswege zur MR: Bei der Anschlussrehabilitation übernimmt i.d.R. der Sozialdienst der Akutkliniken die Antragstellung, während bei Heilverfahren v.a. Mediziner:innen und An- und Zugehörige unterstützen. Förderlich sind bei Erwachsenen mit Rehabedarf oder den Akteuren eine positive Einstellung ggü. der MR, Kompetenzen und Wissen (z.B. adäquate Informationen zur Antragstellung) sowie rehabilitative Maßnahmen, die an die soziale und familiäre Lebenssituationen der Personen mit Rehabilitationsbedarf angepasst sind (z.B. Mitnahme des Ehepartners). Motive für die Antragstellung sind u. a. die Verbesserung der Teilhabe infolge von gesundheitlichen Beeinträchtigungen (z.B. zur Rückkehr an die Arbeit) und psychosoziale Ziele (z.B. Austausch mit anderen Betroffenen).

Diskussion: Förderlichen Faktoren und Zugangswege zur MR sind situationsbedingt verschieden (z.B. je nach Lebenssituation, Indikation, Umfeld und Informationsstand der Antragstellenden). Good Practice-Beispiele können Ansätze zur Optimierung des Zugangs bieten. Die Identifikation förderlicher Faktoren verschiebt den Fokus von einer Defizitperspektive im Zugang zur MR.

Take Home Message für die Praxis: Für das Gelingen der Antragsstellung der medizinischen Rehabilitation ist die Unterstützung verschiedener Akteure zentral. Dabei sind diverse persönliche Motive, die Lebenssituation sowie Kompetenzen der Antragstellenden förderlich und sollten individuell berücksichtigt werden.

Interessenkonflikte: Keine