- Conferences Overview
- Gesundheit gestalten
- Soziale Ungleichheit und Gesundheit im Alter – nimmt sie zu, bleibt sie gleich oder nimmt sie ab? Ergebnisse einer Mixed-Method-Studie im kommunalen Setting
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Soziale Ungleichheit und Gesundheit im Alter – nimmt sie zu, bleibt sie gleich oder nimmt sie ab? Ergebnisse einer Mixed-Method-Studie im kommunalen Setting
Text
Hintergrund: Die soziale Ungleichheit bei Gesundheit und Krankheit ist ein bereits seit längerem gut untersuchtes aber leider weiterhin persistierendes Phänomen. Unklar erscheint zudem, ob und in welchem Ausmaß die sozialen Ungleichheiten im Alter größer werden (Divergenz), kleiner werden (Konvergenz) oder gleich bleiben (Kontinuität).
Zielsetzung/Fragestellung: Anhand neuester Erkenntnisse aus der Sozial-Epidemiologie und einer eigenen Mixed-Methods-Datenerhebung werden Faktoren aufgezeigt, die im Alter (hier ab 65 Jahren) Krankheiten vermeiden bzw. die Gesundheit fördern können. Dabei wird neben sozial-strukturellen Gegebenheiten und individuellen Risikofaktoren ein besonderes Augenmerk auf die Analyse der Zunahme (Divergenz), der Abnahme (Konvergenz) oder das Gleichbleiben (Kontinuität) solcher Determinanten gelegt.
Material & Methoden: Die Sekundäranalyse basiert auf allgemein zugänglichen Statistiken der Stadt Puchheim, die qualitative Auswertung umfasst ExpertInnen-Interviews sowie Fokusgruppen und bei der quantitativen Befragung handelt es sich um eine schriftlich-postalische Vollerhebung (N = 5.111, n = 1.687, Rücklauf = 33.3%).
Ergebnisse: Die Sekundärdatenanalyse zeigt als wesentlich Problempunkt die zunehmende Altersarmut im kommunalen Setting auf. In den Fokusgruppen wurden vor allem ein hoher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund sowie mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen diskutiert. Bei der quantitativen Analyse der körperlichen Lebensqualität besitzen Alter, Bewegung, Einstellungen, soziale Kontakte, Bildung, Einkommen sowie Alkohol signifikanten Einfluss. Bei der psychischen Lebensqualität sind es soziale Kontakte, positive Einstellungen, Bewegung, Einkommen, Alter und Geschlecht.
Diskussion: Altersarmut, Migrationshintergrund und gesundheitsbezogene Beeiträchtigungen sind Faktoren, die in Zukunft bei älteren Menschen vermehrt auftreten werden und deswegen eher die Divergenzhypothese bestätigen. Die immer noch präsenten Einflüsse von Bildung und Einkommen ab 65 bestätigen zumindest die Persistenzhypothese. Dagegen sprechen auch die Befunde zur zunehmenden Bedeutung von Bewegung, sozialen Kontakten und Einstellungen im Alter eher dafür, dass die sozialen Unterschiede gerade in diesen Altergruppen weiter zunehmen.
Take Home Message für die Praxis: Um einer Ausweitung von sozialen Unterschieden bei Morbidität, Mortalität und gesundheitsbezogener Lebensqualität im Alter entgegenzuwirken sind gezielte Maßnahmen zu ihrer Verringerung gerade bei älteren Menschen ein wichtiges Ziel bei Prävention und Gesundheitsförderung.
Interessenkonflikte: Keine



