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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Rauchausstieg in Deutschland: Trends und Ungleichheiten auf Basis telefonischer Querschnitterhebungen des Robert Koch-Instituts, 2003–2023
Text
Hintergrund: Bevölkerungsweite Trends beim Rauchausstieg liefern wichtige Erkenntnisse über langfristige Veränderungen im Entwöhnungsverhalten. Sie machen Unterschiede zwischen demografischen und sozioökonomischen Gruppen sichtbar und ermöglichen die Bewertung von Maßnahmen der Tabakkontrolle.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Analyse ist es, Trends und Ungleichheiten beim Rauchausstieg in Deutschland seit Beginn der 2000er Jahre zu beschreiben.
Material & Methoden: Wir analysierten Daten von sieben telefonischen Querschnittserhebungen zur Gesundheit, die zwischen 2003 und 2023 vom Robert Koch-Institut durchgeführt wurden.
Eingeschlossen wurden insgesamt n=74.845 Personen, die jemals geraucht hatten. Für jede Erhebung wurde die Rauchaustiegsquote als der Anteil der ehemaligen Rauchenden unter allen jemals Rauchenden berechnet. Gewichtete Trendergebnisse werden als altersstandardisierte Prozentsätze mit 95%-Konfidenzintervallen berichtet, stratifiziert nach Geschlecht (Frauen, Männer), Altersgruppen (18–29, 30–44, 45–64, ≥65 Jahre), Bildungsstatus (CASMIN: niedrig, mittel, hoch) sowie Einkommensquintilen.
Ergebnisse: Zwischen 2003 und 2023 blieben die Rauchaustiegsquoten in Deutschland weitgehend stabil: Etwa die Hälfte der jemals Rauchenden hatte das Rauchen aufgegeben. Die Altersunterschiede blieben über den gesamten Zeitraum konstant: Erwachsene im Alter von 18–29 Jahren wiesen durchgehend die niedrigsten Quoten auf (ca. ein Viertel), während Personen ab 65 Jahren durchgängig die höchsten Quoten zeigten (ca. drei Viertel). Im Zeitverlauf zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Rauchaustiegsquoten bei Frauen im Alter von 30–44 Jahren. Sozioökonomische Ungleichheiten bestanden über alle Erhebungswellen hinweg, wobei Gruppen mit niedrigerem Bildungs- und Einkommensniveau seltener mit dem Rauchen aufhörten. Besonders einkommensbezogene Unterschiede nahmen im Zeitverlauf zu.
Diskussion: Insgesamt zeigen die Ergebnisse stagnierende Entwicklung der Rauchausstiegsquoten seit 2003 trotz einzelner Verbesserungen in spezifischen Gruppen. Persistente und teils zunehmende Ungleichheiten, insbesondere nach Einkommen, unterstreichen den Bedarf an stärker zielgruppenspezifisch ausgerichteten Tabakkontrollmaßnahmen.
Take Home Message für die Praxis: Die Rauchausstiegsquoten in Deutschland zeigen über zwei Jahrzehnte hinweg anhaltende soziodemographische Ungleichheiten. Zukünftige Tabakkontrollpolitik sollte daher sowohl strukturelle Maßnahmen wie wirksame Besteuerung als auch niedrigschwellige Entwöhnungsangebote umfassen, um insbesondere sozial benachteiligte Gruppen besser zu erreichen.
Interessenkonflikte: Keine



