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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Klimagesundheit in Lebenswelten – Entwicklung von Strategien und Handlungsansätzen zur Förderung von Resilienz durch Bottom-Up-Ansätze (KliBUp)

Tuan Anh Rieck - Alice Salomon Hochschule Berlin, Berlin, Deutschland
Maria Ihm - Alice Salomon Hochschule Berlin, Berlin, Deutschland
Raimund Geene - Alice Salomon Hochschule Berlin, Berlin, Deutschland; Berlin School of Public Health, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Neben Folgen des demografischen Wandels entstehen globale Konflikte, die die Gesundheit und materielle und soziale Sicherheit gefährden sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt destabilisieren. Diese Faktoren verstärken zentrale Krisen unserer Zeit. So gefährdet der Klimawandel als globale Gesundheitsgefahr unsere Lebensgrundlagen, und der Vertrauensverlust in die Gestaltungsfähigkeit von Wissenschaft und Politik vertieft die soziale Spaltung.

Zielsetzung/Fragestellung: Der BMFTR-Forschungsverbund KliBUp (2025–2028) setzt dort an, wo Gesundheit und Wohlbefinden entstehen: unmittelbar in den Lebenswelten der Menschen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie partizipative Ansätze in den Settings (Bottom-Up) die Resilienz gegenüber multiplen Krisen stärken können. Untersucht werden neben den Potenzialen auch die Limitationen partizipativer Gestaltung.

Material & Methoden: Im Setting Kita wird die partizipative Qualitätsentwicklung in Form von „Klimazirkeln“ umgesetzt, in denen Fachkräfte, Leitungen und Eltern gemeinsam Maßnahmen entwickeln, erproben und weiterentwickeln.

Im Setting Pflege werden Fallstudien in stationären Einrichtungen durchgeführt, die sich auf Krisenkonzepte sowie das Zusammenspiel von Top-Down-Vorgaben und Bottom-Up-Initiativen konzentrieren.

Im Setting Kommune wird analysiert, wie Gesundheit in kommunalen Klimadiskursen verhandelt und räumlich verankert wird. Hierfür werden Dokumentenanalysen und Interviews mit räumlichen Analysen unter Einsatz von Geoinformationssystemen kombiniert, um Gefahrengebiete und grün-blaue Infrastruktur zu kartieren.

Die Untersuchungen fragen dabei übergreifend nach Potenzialen und Limitationen partizipativer Ansätze im Rahmen gesundheitsförderlicher Organisationsentwicklung in den Lebenswelten Kita, Pflege und Kommune, auch im Vergleich.

Ergebnisse: Laufende Analysen zeigen das Potenzial partizipativer Prozesse als Resilienz-Katalysatoren: Sie stärken durch die Anerkennung von Alltags-Expertise die Selbstwirksamkeit in den Settings. Als Erfolgsfaktoren bilden sich eine frühzeitige Prozessbegleitung, die Anschlussfähigkeit an bestehende Strukturen und projektübergreifende Vernetzung heraus. Es zeigen sich auch Limitationen: Personalmangel und Alltagsdruck erschweren die Priorisierung von Klimagesundheit. Ungleiche Entscheidungsspielräume, mangelnde Verankerung, thematische Isolation einschließlich fehlender Vernetzung gefährden die Kontinuität der Bottom-Up-Initiativen.

Diskussion: tbd

Take Home Message für die Praxis: Vernetzte Strukturen zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik können Klimagesundheit fördern.

Interessenkonflikte: Keine