- Conferences Overview
- Gesundheit gestalten
- Sexuelle Risikomuster und Gesundheitskompetenz bei Studierenden – Befunde einer Latenten Klassenanalyse
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Sexuelle Risikomuster und Gesundheitskompetenz bei Studierenden – Befunde einer Latenten Klassenanalyse
Text
Hintergrund: Präventionsansätze zur Förderung sexueller Gesundheit junger Erwachsener orientieren sich häufig an einzelnen Risikoindikatoren wie frühem Sexualdebüt, Mehrfachpartnerschaften oder Verhütungsverhalten. Diese Verhaltensweisen treten jedoch in heterogenen Mustern auf, die durch eindimensionale Indikatoren unzureichend erfasst werden. Ergänzend gewinnt Gesundheitskompetenz als protektiver Faktor an Bedeutung – die empirische Evidenz für einen Zusammenhang mit sexuellem Risikoverhalten bei Studierenden bleibt jedoch inkonsistent.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, distinkte Subgruppen sexueller Risikoverhaltensweisen bei Studierenden zu identifizieren und deren Zusammenhang mit allgemeiner Gesundheitskompetenz zu untersuchen.
Material & Methoden: Grundlage bildet eine Querschnittserhebung unter Studierenden (n=386 Subsample sexuell aktiver Studierender). Mittels Latenter Klassenanalyse wurden Subgruppen auf Basis von Alter beim Sexualdebüt, Anzahl der Sexualpartner:innen, Verhütungsmethode sowie gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten identifiziert. Zusammenhänge zwischen Gesundheitskompetenz und Klassenzugehörigkeit wurden mittels multinomialer logistischer Regression unter Kontrolle von Alter und Geschlecht geprüft.
Ergebnisse: Es wurden vier distinkte Klassen identifiziert: (a) Monogamie mit konsistenter Verhütung; (b) Mehrfachpartnerschaften mit hohem Schutzverhalten; (c) Frühes Debüt mit inkonsistentem Schutzverhalten; (d) Monogamie ohne Verhütung. Höhere allgemeine Gesundheitskompetenz war signifikant mit geringerer Wahrscheinlichkeit der Zugehörigkeit zur Klasse der Mehrfachpartnerschaften mit hohem Schutzverhalten assoziiert. Für die übrigen Klassen zeigten sich keine signifikanten Zusammenhänge.
Diskussion: Die Befunde zeigen, dass sexuelles Risikoverhalten heterogene Muster aufweist. Allgemeine Gesundheitskompetenz erwies sich nicht als universeller Schutzfaktor. Dies unterstreicht die Relevanz domänenspezifischer sexueller Gesundheitskompetenz sowie Präventionsansätze, die Beziehungskontext und Risikoart differenziert berücksichtigen.
Take Home Message für die Praxis: Sexuelle Gesundheitsförderung bei jungen Erwachsenen sollte auf heterogenen Verhaltensmustern basieren und zielgruppenspezifisch differenzieren – die allgemeine Gesundheitskompetenz allein reicht als Ansatzpunkt nicht aus; sexuelle Gesundheitskompetenz als eigenständige Domäne sollte stärker in Präventionsmaßnahmen integriert werden.
Interessenkonflikte: Keine



