- Conferences Overview
- Gesundheit gestalten
- Entwicklung einer Theory of Change für eine komplexe Intervention zur Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit chronischen und schwer heilenden Wunden durch Digitalisierung evidenzbasierter Leitlinien (DigiLeit)
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Entwicklung einer Theory of Change für eine komplexe Intervention zur Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit chronischen und schwer heilenden Wunden durch Digitalisierung evidenzbasierter Leitlinien (DigiLeit)
Text
Hintergrund: Obwohl zur Versorgung chronischer Wunden evidenzbasierte Leitlinien existieren, werden diese in der Praxis unzureichend umgesetzt. Im Innovationsfondsprojekt DigiLeit (DRKS-ID: DRKS00036726) wurde eine komplexe Intervention entwickelt, die die leitliniengerechte Versorgung in spezialisierten Wundheilungszentren (WhZ) mittels eines elektronischen Guideline-Modelers (eGUM) fördern soll. Um die Wirkweise komplexer Interventionen zu verstehen, werden zunehmend Wirkmodelle wie die Theory of Change (ToC) gefordert. Deren methodische Entwicklung ist jedoch bislang nur selten systematisch beschrieben und publizierte ToCs im Kontext chronischer Wunden fehlen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war es, eine ToC für die geplante Intervention zu entwickeln und zu beschreiben.
Material & Methoden: Die ToC wurde in einem iterativen, mehrstufigen Prozess entwickelt. Ausgangspunkt war die ToC des vorhergehenden Projekts EsmAiL (DRKS-ID: DRKS00022135), die auf Basis einer gezielten Literaturrecherche weiterentwickelt wurde. Die Präzisierung und Konsentierung erfolgte in einem interdisziplinären Online-Workshop.
Ergebnisse: Es wurden u.a. relevante Leitlinien und systematische Übersichtsarbeiten identifiziert, womit ein Großteil der Annahmen durch Evidenz belegt werden konnte. Der Workshop mit zehn Expert:innen des Projektkonsortiums (u.a. in Leitlinienentwicklung, Versorgung chronischer Wunden und Evaluation komplexer Interventionen) dauerte 49 min. Die konsentierte ToC umfasst zwei zentrale Wirkpfade: Die spezialisierten WhZ mit geschulten Fachkräften stellen die strukturellen Voraussetzungen für eine konsequente leitliniengerechte Versorgung, die durch regelmäßige Expertenaudits überprüft wird. Der eGUM überführt Leitlinieninhalte in strukturierte Diagnostik- und Therapiepfade und unterstützt das WhZ-Personal bei der Erstellung individueller Behandlungspläne, um eine Verbesserung der Wundheilungsrate zu erzielen. Zudem wurden Ressourcen (n=4), Annahmen (n=10) und Rationale (n=11) definiert und im Projekt entwickelte Qualitätsindikatoren (n=12) zur Messung der Leitlinienkonformität der Versorgung in die ToC integriert.
Diskussion: Es konnte eine vorläufige ToC konsentiert werden, die in die Konzeption der Prozessevaluation einfließt und im Verlauf der Implementierung der Intervention weiterentwickelt wird. Die ToC kann zudem als Orientierung für die Entwicklung thematisch ähnlicher Wirkmodelle dienen.
Take Home Message für die Praxis: Eine ToC ermöglicht die transparente Darstellung von Wirkannahmen komplexer Interventionen und kann die strukturierte Evaluation unterstützen.
Interessenkonflikte: Keine



