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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Digital-intersektorialer Informationsaustausch und diagnostische Entscheidungen in der Allgemeinmedizin – eine Querschnittstudie zur MS-Versorgung im MIDIA-Hub2

Tithi Patel - Technische Universität München, Allgemein Medizin, München, Deutschland
Alexander Hapfelmeier - Technische Universität München, Allgemein Medizin, München, Deutschland
Antonius Schneider - Technische Universität München, Allgemein Medizin, München, Deutschland
Selina Dural - Technische Universität München, Allgemein Medizin, München, Deutschland
Stefanie Eck - Technische Universität München, Allgemein Medizin, München, Deutschland
Andrea Baumgärtel - Technische Universität München, Allgemein Medizin, München, Deutschland
Viola Pongratz - Technische Universität München, Neurologie, München, Deutschland

Text

Hintergrund: Der MIDIA-Hub 2 ist ein Konsortialprojekt der TUM und FAU zur Entwicklung digitaler Lösungen für die sektorenübergreifende Versorgung. Ziel ist die strukturierte Dokumentation sowie die standardisierte Bereitstellung und der Austausch patientenbezogener Informationen zwischen Hausarztpraxis, fachärztlicher Versorgung und Klinik. Ein zentraler Anwendungsfall ist die Versorgung von Patient:innen mit Multipler Sklerose (MS) oder unspezifischen neurologischen Symptomen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der vorgestellten Teilstudie aus dem MIDIA-Hub 2 ist die Entwicklung praxistauglicher, leitlinienorientierter Versorgungspfade für die hausärztliche und sektorenübergreifende Betreuung von Patient:innen mit gesicherter oder vermuteter MS. Dabei sollen strukturierte Dokumentation, die Verfügbarkeit relevanter Patientendaten sowie der fachübergreifende Informations- und Kommunikationsaustausch konzeptionell weiterentwickelt werden. Ergänzend erfolgt eine Machbarkeitsprüfung zur Bewertung von Akzeptanz und Integrationsfähigkeit im hausärztlichen Alltag.

Material & Methoden: In einem explorativen Mixed-Methods-Design werden Hausärzt:innen mittels Fragebogen und leitfadengestützter Interviews befragt. Erhoben werden diagnostisches Vorgehen, Umgang mit diagnostischer Unsicherheit, Überweisungsprozesse sowie Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich des Austauschs und der Bereitstellung strukturierter klinischer Informationen über digitale Kommunikationswege. Die Ergebnisse werden in Anforderungen an strukturierte Dokumentation und sektorenübergreifende Versorgungspfade überführt.

Ergebnisse: Vorbereitende Einschätzungen weisen auf einen Bedarf an klaren Orientierungshilfen bei unspezifischen neurologischen Symptomen sowie an strukturierter Bereitstellung patientenbezogener Informationen hin. Gleichzeitig ist wichtig, dass digitale Lösungen den Arbeitsaufwand in der Hausarztpraxis nicht erhöhen dürfen. Empirische Studiendaten liegen bislang nicht vor und die Ergebnisse unserer Studie werden erstmals auf dem Kongress vorgestellt.

Diskussion: Digitale Informations- und Kommunikationsprozesse könnten diagnostische und koordinatorische Abläufe unterstützen. Ob diese Ansätze im Praxisalltag praktikabel und akzeptiert sind, wie sie umzusetzen wären, soll die geplante Machbarkeitsprüfung klären.

Take Home Message für die Praxis: Digital unterstützte, sektorenübergreifende Versorgungspfade mit strukturierter Informationsbereitstellung könnten die hausärztliche Betreuung bei MS‑Verdachtsfällen ergänzen. Ihr Nutzen muss jedoch praxisnah geprüft werden.

Interessenkonflikt: Das Projekt wird im Rahmen des MIDIA-Hub2 durch das BMFTR gefördert. Weitere Interessenskonflikte bestehen nicht.