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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Akzeptanz einer KI-gestützten Gesichtsanalyse – eine explorative Online-Querschnittsstudie mit Fokus auf Health Equity
Text
Hintergrund: KI-Sprachmodelle wie ChatGPT sind im Alltag weit verbreitet. Auch die KI-gestützte Gesichtsanalyse findet in der Medizin Anwendung, z. B. zur Diagnostik von Morbus Parkinson oder Alzheimer. Gleichzeitig bestehen Sprachbarrieren und systemische Verzerrungen im deutschen Gesundheitssystem, die Health Equity gefährden. Die Gesichtsanalyse als non-verbales Verfahren könnte theoretisch dazu beitragen, wirft aber Datenschutz- und Kontrollbedenken auf.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen die automatisierte Gesichtsanalyse als Instrument zur Überwindung sprach- und herkunftsbedingter Barrieren im deutschen Gesundheitssystem akzeptiert wird.
Material & Methoden: Monozentrische, explorative Querschnittsstudie mittels standardisiertem Online-Fragebogen (Deutsch, Englisch, Chinesisch). Die Rekrutierung erfolgte über soziale Medien und eine Berliner Hausarztpraxis. Der primäre Endpunkt ist die Akzeptanz (4-stufige Likert-Skala). Zur Charakterisierung wurden sieben Parameter erhoben: Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Migrationshintergrund, Deutschkenntnisse, KI-Affinität und subjektiver Gesundheitszustand.
Ergebnisse: Von den N = 213 Teilnehmenden war die Mehrheit weiblich bzw. verfügte über einen Migrationshintergrund. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Korrelation zwischen der Nutzungshäufigkeit von KI-Anwendungen und der Akzeptanz der automatisierten Diagnostik: Teilnehmende mit täglicher KI-Exposition zeigten die höchste Akzeptanz, während die Zustimmung mit abnehmender Nutzungshäufigkeit schrittweise sank (p < 0,05). Weitere Analysen ergaben, dass eine signifikant positivere Einstellung gegenüber der Gesichtsanalyse mit dem Vorliegen eines Migrationshintergrunds, einem höheren Bildungsabschluss sowie einem guten subjektiven Gesundheitszustand assoziiert war (p < 0,05). Dennoch äußerte mehr als die Hälfte der Befragten deutliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.
Diskussion: In dieser überwiegend jungen, weiblichen Stichprobe ist die Akzeptanz bei Migranten höher. Dies darf jedoch nicht als Beleg für eine Verbesserung von Health Equity interpretiert werden, da die am stärksten benachteiligten Gruppen (z. B. ohne Digitalzugang) in der Stichprobe nicht repräsentiert sind.
Take Home Message für die Praxis: Die KI-gestützte Gesichtsanalyse könnte den Versorgungszugang in der Primärversorgung verbessern. Die Berücksichtigung der Patientenakzeptanz ist dabei essenziell, um gesundheitliche Chancengleichheit nachhaltig zu fördern.
Interessenkonflikte: Keine



