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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Potenziale zur Erweiterung der Nachhaltigkeit von Patenschaften in den Frühen Hilfen
Text
Hintergrund: Die Unterstützung von Familien in sozial benachteiligenden Bedingungen und insbesondere Alleinerziehender durch Pat:innen bildet einen etablierten Teil der Frühen Hilfen. Die Studienlage verweist auf positive Effekte, wie z.B. verbesserte Eltern-Kind-Beziehungen oder die Förderung der kindlichen Entwicklung. Entscheidend sind die Passung zwischen Pat:innen und den Familien, Dauer und Häufigkeit der Unterstützung sowie die professionelle Begleitung der Patenschaften (Krauskopf 2016; DuBois et al. 2011). Bislang liegt der Fokus in der Praxis jedoch eher auf dyadischen Unterstützungsbeziehungen, während das Potenzial von Patenschaften mit Blick auf sozialräumliche Einbindungen wenig beachtet wird (vgl. Parchow et al. 2024).
Zielsetzung/Fragestellung: Welches bislang wenig ausgeschöpfte Potenzial lässt sich bei Patenschaften im Kontext Früher Hilfen ausmachen? Wie lassen sich Patenschaftsprojekte bedarfs- und bedürfnisorientiert im Sinne einer Gesundheitsförderung weiterentwickeln?
Material & Methoden: In der Zeit von 10/2024 bis 1/2025 wurden im Rahmen einer qualitativen Studie acht leitfadengestützte Interviews in Ostwestfalen-Lippe durchgeführt. Interviewt wurden fünf Patinnen und drei Koordinatorinnen aus Patenschaftsprojekten der Frühen Hilfen. Das Datenmaterial wurde angelehnt an die Grounded Theory ausgewertet (Breuer et al. 2018).
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen eine Diskrepanz zwischen vorhandenen Unterstützungsbedarfen und -bedürfnissen und dem Angebot. Die zeitliche Befristung der Begleitung erweist sich als herausfordernd, da sich in den Familien krisenhafte Zuspitzungen wiederholen. Wenig Beachtung findet die Möglichkeit der Förderung einer sozialen Vernetzung, sodass soziale Netzwerke tendenziell strukturell unterentwickelt sowie alltagsnahe Entlastungen oftmals auf die Pat:innen reduziert bleiben.
Diskussion: Die Ergebnisse verweisen auf eine Leerstelle in der bisherigen Ausgestaltung von Familienpatenschaften. Angesichts oftmals reduzierter Unterstützungsbeziehungen v.a. alleinerziehender Mütter ist eine Weiterentwicklung des Angebotes im Sinne einer stärkeren sozialräumlichen Orientierung sinnvoll. Ebenso sollte die strenge zeitliche Befristung des Angebots überdacht werden, da sie die nachhaltige Wirksamkeit hemmen könnte.
Take Home Message für die Praxis: Das Potenzial von Familienpatenschaften liegt in der Ressourcengewinnung und -aktivierung durch Förderung sozialer Netzwerke.
Interessenkonflikte: Keine



