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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Professionelle Identitätsbildung bei Ärzt:innen in Weiterbildung Allgemeinmedizin – eine Querschnittsstudie

Pauline Scharli - Universität Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Michaela Gassner - Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Tanja Kranawetleitner - Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Andreas Christian Dreher - Universität Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Marco Roos - Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Marjo Wijnen-Meijer - Technische Universität Dresden, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Dresden, Deutschland
Simon Schwill - Universität Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die professionelle Identitätsbildung (professional identity formation, PIF) entwickelt sich aus der eigenen Persönlichkeit, der persönlichen und ärztlichen Sozialisierung sowie der Professionalitätsentwicklung. Eine erfolgreiche PIF ist mit höherer Zufriedenheit und Professionalität im Beruf assoziiert. Hausärzt:innen sind eine heterogene Gruppe und wurden im Hinblick auf PIF und mögliche Einflussfaktoren bisher unzureichend untersucht.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Studie war, mithilfe eines etablierten Instruments PIF von Ärzt:innen in Weiterbildung für Allgemeinmedizin (ÄiW AM) zu untersuchen und mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren, um daraus spezifische Maßnahmen zur Förderung der PIF ableiten zu können.

Material & Methoden: Die Studie wurde 2025 mithilfe eines Online-Fragebogens unter ÄiW AM im Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Bayern (KWAB) und Baden-Württemberg (KWBW) durchgeführt. Die Teilnehmenden (TN) füllten das Leach-Instrument zur sozialen Identitätsbildung, das bereits für die Messung von PIF an ÄiW AM pilotiert worden war, sowie Fragen zur mentalen Gesundheit und Soziodemographie aus. Die Daten wurden mittels deskriptiver Analysen und inferenzstatistischer Tests ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen N = 251 TN an der Befragung teil (Rücklaufquote 40,0%). N = 208 konnten in die Analysen eingeschlossen werden. Eine fortgeschrittenere Weiterbildung korrelierte mit signifikant höheren PIF-Werten. Ebenso war die Mitgliedschaft in der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) sowie im HÄV (Hausärztinnen- und Hausärzteverband) mit höheren Werten in mehreren PIF-Skalen assoziiert. PIF korrelierte außerdem positiv mit der Zufriedenheit und negativ mit der psychischen Belastung im aktuellen Beruf.

Diskussion: Unter ÄiW AM wurden Unterschiede in PIF mit Bezug auf soziodemographische, persönliche Merkmale und Entscheidungen sowie Umstände der aktuellen Weiterbildung gemessen und mögliche Einflussfaktoren identifiziert. Weitere prospektive Studien unter Verwendung des Leach-Instruments sind nötig, um Einflussfaktoren abzuwägen und etwaige Maßnahmen von PIF zu evaluieren.

Take Home Message für die Praxis: Die Entwicklung von PIF unter ÄiW AM kann erfolgreich abgebildet werden. Maßnahmen zur Förderung von PIF über Studium, Weiterbildung und Fortbildung sind für eine rasche Professionalisierung, auch von Quereinsteigenden, sinnvoll.

Interessenkonflikte: Keine