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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Stress- und Burnoutrisiko in der Weiterbildung Allgemeinmedizin – Ergebnisse qualitativer Interviews

Anna-Maria von Oltersdorff-Kalettka - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Janina Meinel - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Sandra Berk - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Sandy Scheibe - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Thomas Mundt - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
Antje Bergmann - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Markus Bleckwenn - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
Mandy Gottschall - Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland

Text

Hintergrund: Ein erhöhter Stress ist in der ärztlichen Weiterbildung (WB) weit verbreitet und beeinträchtigt sowohl die Gesundheit der Ärzt:innen in Weiterbildung (ÄiW) als auch die Versorgungsqualität der Patient:innen. Die resultierenden Belastungen erhöhen das Risiko für Burnout, verlängern die Weiterbildungsdauer und steigern die Wechselbereitschaft in andere Fachrichtungen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es, die subjektiven Belastungsfaktoren, das Burnoutrisiko sowie Bewältigungsstrategien in der WB Allgemeinmedizin aus Sicht der ÄiW zu erfassen.

Material & Methoden: Die Datenerhebung erfolgte qualitativ anhand leitfadengestützter Interviews (Dauer: 45–60 Minuten) im Rahmen der Begleitforschung des Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Sachsen (KWASa). Die Rekrutierung erfolgte über den Verteiler der im KWASa registrierten ÄiW und über Veranstaltungen des KWASa. Die Auswertung erfolgte methodisch durch qualitative Inhaltsanalysen nach Mayring.

Ergebnisse: Die stationäre Weiterbildungsphase wurde als besonders belastend beschrieben. Hauptstressoren waren Überstunden, Personalmangel sowie ein unausgewogener Arzt-Patienten-Schlüssel. Viele ÄiW arbeiteten ohne erfahrenes ärztliches Personal, was zu Unsicherheit, Ängsten vor Behandlungsfehlern und Unzufriedenheit führte. Eine Einarbeitung fehlte, Feedbackgespräche wurden nicht angeboten und auch auf Nachfrage kaum durchgeführt, Pausen wurden nicht ermöglicht und Aufgaben blieben unerledigt. In der Folge sank die Arbeitszufriedenheit, es kam zu erhöhter Erschöpfung und ersten gesundheitlichen Beschwerden. Besonders problematisch empfanden die Befragten das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Anforderungen, gerechter Patientenversorgung und ethischen Prinzipien. Auch in der ambulanten WB kam es durch fehlende Einarbeitung und fehlendem Feedback zu einem erhöhten Unsicherheitsgefühl.

Diskussion: Die (vor allem stationäre) WB in der Allgemeinmedizin ist durch unzureichende Einarbeitung, fehlendes Personal und mangelnde Unterstützung geprägt. Diese Faktoren führen zu einer gesteigerten Stressbelastung, Unsicherheit und einem erhöhten Burnoutrisiko. Die Ergebnisse bestätigen und erweitern bisherige Erkenntnisse zu Stress und Burnout in der ärztlichen Weiterbildung, indem sie die besonderen Belastungen verdeutlichen.

Take Home Message für die Praxis: Präventive Maßnahmen sind dringend erforderlich, um die Arbeitszufriedenheit und die Gesundheit der ÄiW zu fördern. Dazu zählen z.B. strukturierte Einarbeitungskonzepte, feste Pausenzeiten, regelmäßige Feedbackgespräche sowie psychosoziale Unterstützung.

Interessenkonflikte: Keine