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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Der „Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport“ des Bundesministeriums für Gesundheit – Entstehung, Ziele, Aufbau und Limitationen

Sven Schneider - Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Deutschland
Susanna Sophie Hinn - Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), Deutschland
Juliane Mirow - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutschland
Andrea Nakoinz - Universität Potsdam, Potsdam, Deutschland

Text

Hintergrund: In Deutschland treiben mehr als 16 Mio. Menschen Sport im Freien. Dies entspricht 19% der Gesamtbevölkerung und 55% der aktuell 29 Mio. Menschen, die unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbunds in rund 86.000 Sportvereinen aktiv sind. Anders als andere Risikogruppen wie Kleinkinder, Schwangere und multimorbide Personen können Sportler:innen settingbedingt Hitzerisiken in Training und Wettkampf kaum ausweichen. Zum Schutz dieser großen Bevölkerungsgruppe veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit im Sommer 2025 den „Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport“ in Form einer Bundesempfehlung.

Zielsetzung/Fragestellung: In diesem Beitrag geben die vier Autor:innen des Musterhitzeschutzplans Einblicke in dessen Entstehungsprozess, skizzieren seine Inhalte und ordnen seine Bedeutung in die existierende Präventionslandschaft ein.

Material & Methoden: Der Plan soll Sportvereinen, Sportverbänden und Sportstättenbetreibern helfen, durch verhältnispräventive Maßnahmen nicht nur die Sporttreibenden, sondern auch Trainer:innen, Kampfrichter:innen, Funktionär:innen, Servicekräfte und Zuschauer:innen vor den gesundheitlichen Gefahren durch Hitze zu bewahren.

Ergebnisse: Der Musterhitzeschutzplan folgt den Empfehlungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen für Deutschland. Demzufolge gliedert sich der Plan in Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Sommer, Maßnahmen zum Schutz während des Sommers und Maßnahmen während akuter Hitzeperioden. Er schließt mit Vorschlägen zur mittel- und langfristigen Anpassung im organisierten Sport. Zusätzlich zu dieser zeitlichen Gliederung folgt der Plan einer Gliederung in baulich-technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen und personenbezogene Maßnahmen bei Training und Wettkampf.

Diskussion: Abschließend wird die Bundesempfehlung in die bisherige Präventionslandschaft, also Konzepte (etwa des Deutschen Olympischen Sportbundes), Handreichungen (etwa des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit und des Bundesamtes für Strahlenschutz) sowie regulatorische Maßnahmen (etwa der Sportverbände) eingeordnet und Limitationen – u.a. seine lückenhafte Evidenzbasis und der Verzicht auf eine Priorisierung der Einzelmaßnahmen – diskutiert.

Take Home Message für die Praxis: Im Sport lässt sich die Exposition gegenüber hohen Außentemperaturen häufig nicht vermeiden. Der Musterhitzeschutzplan ???folgt einem verhältnispräventiven Ansatz und soll dazu beitragen, dass nicht jeder Verein ein eigenes Hitzeschutzkonzept von Grund auf neu konzipieren muss.

Interessenkonflikte: S. Schneider erhielt nebenberuflich Honorare für Vorträge zum Thema „Klimawandel im Sport“ von staatlichen Institutionen und Institutionen aus dem Sport und dem Gesundheitssektor (DOSB, Spitzenverbände). A. Nakoinz hält Vorträge und Workshops zu Klimaanpassung um Sport. Sie berät außerdem Vereine zu Hitzeschutzkonzepten. S. Hinn und J. Mirow geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.