Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Bedarfsangepasste Optimierung von Arzneimittelinformationen zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit

Daniela Ponssen - Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berlin, Deutschland
Anne Müller - Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berlin, Deutschland
Anni Kuhn - Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berlin, Deutschland
Evelin Beck - Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berlin, Deutschland
Katarina Dathe - Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berlin, Deutschland
Marlies Onken - Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Seit 2008 bietet das Online-Portal embryotox.de evidenzbasierte Informationen zur Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit. Zu den am häufigsten abgerufenen Arzneimittelseiten zählen diejenigen zu Analgetika. Im Zeitraum 2021–2024 wurde die Website-Nutzung durch ein vom G-BA-Innovationsfonds gefördertes Mixed-Methods-Projekt (01VSF20010) evaluiert. Es zeigte sich, dass embryotox.de durch medizinisches Fachpersonal und Laien breit genutzt wird, auch gemeinsam zur partizipativen Entscheidungsfindung. Die Komplexität der Inhalte wurde als potenzielle Nutzerbarriere identifiziert.

Zielsetzung/Fragestellung: Evaluation der Nutzung von 30 Arzneimittelseiten zu Analgetika, um Strategien zur bedarfsgerechten Optimierung der Inhalte zu entwickeln.

Material & Methoden: Mithilfe eines Online-Fragebogens (Likert-Skala von 0 = „überhaupt nicht“ bis 10 = „vollständig“) wurden quantitative Daten zur Nutzung und Verständlichkeit der Arzneimittelseiten erhoben. Mittels deskriptiver Statistik wurden die auf den 30 Arzneimittelseiten zu Analgetika ausgefüllten Fragebögen ausgewertet.

Ergebnisse: Von insgesamt 3.892 Befragten waren 76,7% Patientinnen [n=2.986, davon 59,3% (n=1.770) mit Hochschulabschluss] und 16,7% Fachkräfte im Gesundheitswesen (n=648). Im Mittel wurde die Verständlichkeit der Arzneimittelseiten durch Fachpersonal mit 9,16 bewertet, von Patientinnen mit 8,53 (mit Hochschulabschluss: 8,64; mit Hauptschulabschluss: 7,39).

Diskussion: Die Arzneimittelseiten werden zielführend von Fachkräften und Patientinnen genutzt. Bei Letzteren fiel ein hoher Anteil an Akademikerinnen sowie eine bessere Verständlichkeit der Arzneimittelseiten bei höherem Bildungsgrad auf. Das Folgeprojekt (01VSF25059) zielt auf eine bedarfsgerechte Überarbeitung der Inhalte zur Optimierung der Verständlichkeit und zur Erweiterung des Nutzerkreises ab. Dies erfolgt in einem iterativen Prozess mit Patientenbeteiligung und soll ggf. die Ergänzung erläuternder Inhalte umfassen. Mit einer anschließenden Re-Evaluation soll sichergestellt werden, dass eine verbesserte Verständlichkeit weder zulasten der fachlichen Präzision geht, noch die Nutzung durch Fachpersonal verringert.

Take Home Message für die Praxis: Gut verständliche Arzneimittelseiten fördern die partizipative Entscheidungsfindung und tragen zur Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit bei.

Interessenkonflikte: Keine