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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Saisonaler Verlauf der Vitamin-D-Konzentration sowie Zusammenhang mit Atemwegsinfektionen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen

Annika Röll - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland; Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik I, Würzburg, Deutschland
Juliane Mees - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland; Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik I, Würzburg, Deutschland
Camille Lange - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland; Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik I, Würzburg, Deutschland
Max Mayerhöfer - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland; Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik I, Würzburg, Deutschland
Helen Müller - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland; Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik I, Würzburg, Deutschland
Nils Petri - Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik I, Würzburg, Deutschland
Manuel Krone - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland
Isabell Wagenhäuser - Universitätsklinikum Würzburg, Zentrallabor, Würzburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Vitamin D wird eine potentielle Rolle bei der Prävention von akuten respiratorischen Infektionen (ARIs) zugeschrieben. Aktuelle Übersichtsarbeiten weisen auf einen inversen Zusammenhang hin. Zudem zeigen sich saisonale Schwankungen der Vitamin-D-Konzentration.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der ARIPro-Studie ist es, den saisonalen Verlauf der Vitamin-D-Konzentration in Abhängigkeit von der Supplementation sowie den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Konzentration und dem Auftreten von ARIs zu evaluieren.

Material & Methoden: Die ARIPro-Studie untersucht als prospektive, longitudinale Kohortenstudie die Epidemiologie, Immunität und Langzeitfolgen von ARIs bei Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die Rekrutierung erfolgt unter Mitarbeitenden des Universitätsklinikums Würzburg und des umliegenden Versorgungsgebiets (>18 Jahre). Die Datenerhebung erfolgt halbjährlich im April und im Oktober und umfasst pro Zeitpunkt eine Serumblutprobe sowie das Ausfüllen des Studienfragebogens (soziodemographische Daten inkl. Vitamin-D-Supplementation, Infektions- und Impfhistorie bzgl. ARIs in den vergangenen sechs Monaten). Die 25-OH-Vitamin-D-Konzentration wurde mit dem EUROIMMUN 25-OH-Vitamin-D-ELISA bestimmt.

Ergebnisse: Die Vitamin-D-Konzentrationen stiegen signifikant von April 2025 bis Oktober 2025 (n=467; p<0,0001). Teilnehmende, die eine Vitamin-D-Substitution angaben (April: n=190; Oktober: n=189), wiesen zu beiden Zeitpunkten signifikant höhere Werte auf als jene ohne Substitution (April: n=277; Oktober: n=276; p<0,0001). Bei Teilnehmenden, die in der Wintersaison 2024/25 mindestens eine Influenza-Infektion berichteten, wurden tendenziell niedrigere Vitamin-D-Konzentrationen gemessen, jedoch ohne statistische Signifikanz.

Diskussion: Der beobachtete, signifikante Anstieg der Vitamin-D-Konzentration über den Sommer 2025 entspricht den erwartbaren saisonalen Schwankungen. Der potentielle Einfluss der Vitamin-D-Konzentration auf das Auftreten einer ARI konnte aufgrund des auf eine Saison begrenzten Zeitraums nicht ausreichend untersucht werden.

Take Home Message für die Praxis: Ein Zusammenhang mit dem Auftreten einer ARI war in dieser Studie nicht nachweisbar.

Interessenkonflikte: Die ELISAs wurden von Euroimmun ohne Einflussnahme auf Studiendesign und Durchführung zur Verfügung gestellt. Manuel Krone erhält Honorare und Forschungsförderungen von GSK und Sanofi. Isabell Wagenhäuser hat außerhalb dieser Arbeit Reisekostenzuschüsse von Swedish Orphan Biovitrum AB erhalten. Alle anderen Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.