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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Orientierung, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe türkischstämmiger Ärztinnen und Ärzte im Anerkennungsprozess in Deutschland

Umut Eryigit - Paul-Gerhardt-Werk, Klinik für geriatrische Rehabilitation, Deutschland
Kemal Celik - Freier Forschender, --, Deutschland
Merve Kurnaz Ay - Freier Forschender, --, Deutschland
Yasin Sert - Freier Forschender, --, Deutschland
Zekeriya Aktürk - Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Marco Roos - Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland

Text

Hintergrund: In Deutschland ist die Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte in den letzten Jahren deutlich gestiegen und macht etwa 15% der Ärzteschaft aus. Viele von ihnen, insbesondere aus Krisenländern, stehen vor bürokratischen, rechtlichen und psychischen Herausforderungen im Anerkennungsprozess. Die Studien zeigen, dass dieser Prozess oft langwierig und komplex ist, was die Integration erschwert.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist die Analyse von Informations- und Beratungsangeboten sowie der individuellen Erfahrungen türkischstämmiger Ärztinnen und Ärzte im Anerkennungsprozess. Untersucht wurden Zugänglichkeit, Transparenz, regionale Unterschiede und bestehende Hürden.

Material & Methoden: Die Teilnehmenden wurden beim 4. Integrationskongress (25.–27. Juli 2025, Frankfurt) rekrutiert (https://medical-academy-care.de/kongress/). Insgesamt wurden 308 Teilnehmer registriert. Eingeschlossen wurden türkischstämmige Ärztinnen und Ärzte, die ihre medizinische Ausbildung in der Türkei abgeschlossen haben, nicht Deutsch als Muttersprache sprechen und seit maximal 10 Jahren in Deutschland leben.

Ergebnisse: An der Studie nahmen insgesamt 240 Personen teil (47,5% Weiblich). Alle Bundesländer waren vertreten. 95,8% (n=230) der Teilnehmenden erklärten, aus politischen Gründen nach Deutschland gekommen zu sein. 151/236 (63,9%) der Teilnehmenden hatten in der Türkei als Fachärztinnen bzw. Fachärzte gearbeitet. 107 Personen (44,6%) berichteten, in Deutschland die Approbation erhalten zu haben. Die Teilnehmenden waren mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, darunter bürokratische Hürden, kulturelle Anpassungsprobleme, Sprachbarrieren, emotionale Belastungen, psychische Probleme, finanzielle Schwierigkeiten sowie das Gefühl eines Verlusts an fachlicher Kompetenz. Die große Mehrheit der Befragten (84,2%; n=202) gab an, die wichtigste Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen erhalten zu haben. Unterstützung durch Institutionen wie die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter wurde von 42,1% (n=101) der Teilnehmenden in Anspruch genommen. Auf die Frage, welche Unterstützungsangebote am wichtigsten seien, nannten 193 Personen (80,4%) die Sprachförderung als besonders entscheidend.

Diskussion: Aus der Türkei neulich immigrierte Ärztinnen und Ärzte sind mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Die Unterstützung durch zuständige Institutionen zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist unerlässlich.

Take Home Message für die Praxis: Eine bessere Koordination zwischen Behörden, Kliniken und Beratungsstellen könnte den Prozess transparenter und effizienter gestalten.

Interessenkonflikte: Keine