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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Wissenschaftliche Begleitevaluation von HÄPPI Bayern – qualitative und quantitative Ergebnisse aus Sicht der Patientinnen und Patienten

Katharina Zeiser - Universitätsklinikum Augsburg, Allgemeinmedizin, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Michaela Trompke - Universitätsklinikum Augsburg, Allgemeinmedizin, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland
Wolfgang Ritter - Bayerischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband e.V., Deutschland
Simon Schwill - Universität Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Marco Roos - Universitätsklinikum Augsburg, Allgemeinmedizin, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Augsburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Etablierung interprofessioneller Teampraxen, wie es anhand von HÄPPI bereits in Teilen Deutschlands umgesetzt wird, soll aktuellen Herausforderungen in der Allgemeinmedizin begegnen. Von Juli bis Dezember 2025 wurde mit neun Hausarztpraxen in Bayern ein Pilot des HÄPPI-Konzepts durchlaufen und evaluiert.

Zielsetzung/Fragestellung: Welche Chancen und Herausforderungen sehen Patientinnen und Patienten im HÄPPI-Prozess? Welche Veränderungen werden durch HÄPPI wahrgenommen?

Material & Methoden: Einerseits wurden Leitfaden-gestützte, telefonische Interviews (11/2025) durchgeführt und mittels Framework Analyse ausgewertet. Andererseits wurde ein quantitativer Online-Fragebogen mit standardisierten Instrumenten (PEN-13, PACIC-S5, HLS-19) eingesetzt (07/2025–01/2026) und deskriptiv-statistisch ausgewertet.

Ergebnisse: An den Einzelinterviews nahmen n=31 Patientinnen und Patienten teil (davon n=19 weiblich, Durchschnittsalter 63,2 Jahre). Die Rückmeldung hinsichtlich Praxisorganisation und Behandlung war positiv. Die Teilnehmenden betitelten die Hausarztpraxis als zentrale Beratungsstelle. Fast alle Befragten äußerten sich offen gegenüber digitalen Veränderungen, vermehrter Delegation sowie einer Behandlung durch nicht-ärztliches akademisiertes Personal (PCM/PA) im Rahmen von HÄPPI. Es wurden Fragebögen von n=2.250 Personen statistisch ausgewertet (61,2% weiblich, Geburtsjahr 1934–2011). N=580 Personen haben mehrfach teilgenommen. Es wurden keine statistisch signifikanten Veränderungen in den Scores im Verlauf des Pilotierungszeitraums gemessen. Hingegen waren PCMs/PAs häufiger an der Versorgung von DMP-Patientinnen und Patienten beteiligt (Chi², p<0,05).

Diskussion: Die Transformation zur HÄPPI-Praxis führt aus Patientensicht nicht zu wahrnehmbaren Disruptionen. Die Befragten zeigen eine hohe Zufriedenheit mit den HÄPPI-Praxen. Sowohl die Versorgung durch PCM/PA als auch der erhöhte Digitalisierungsgrad werden positiv bewertet. Der Einsatz von PCM/PA geht mit einer subjektiv gesteigerten Patientenzentrierung einher. Befürchtungen, nicht mehr ärztlich gesehen zu werden, traten nicht auf.

Take Home Message für die Praxis: Hohe Versorgungsqualität ist für Patientinnen und Patienten in der Hausarztpraxis zentral. Das HÄPPI-Konzept kann hierzu beitragen, indem akademisierte nicht-ärztliche Fachkräfte (PCM/PA) Aufgaben wie die Betreuung chronisch Erkrankter übernehmen und ein höherer Digitalisierungsgrad Arbeitsabläufe unterstützt. Dadurch entsteht mehr Zeit für patientenzentrierte Betreuung sowie eine potenzielle Entlastung der ärztlichen Seite.

Interessenkonflikte: Keine.