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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung und Testung visueller Übersichten zur Unterstützung der Dissemination und Implementierung von Leitlinienempfehlungen beim Polytrauma

Clara Orduhan - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung (IVGF), Deutschland; Medizinische Hochschule Brandenburg, Zentrum für Versorgungsforschung, Deutschland
Dan Bieler - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Verbrennungsmedizin, Koblenz, Deutschland; Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Düsseldorf, Deutschland
Käthe Gooßen - Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Deutschland
Lisa Hackenberg - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Verbrennungsmedizin, Koblenz, Deutschland
Christine Höfer - n.a., Deutschland
Nadja Könsgen - Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Deutschland
Florian Pavlu - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Verbrennungsmedizin, Koblenz, Deutschland
Barbara Prediger - Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Deutschland
Merel Leithaus - Universität Witten/Herdecke, Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Deutschland
Michael Kalsen - AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH, Deutschland
David Häske - Universitätsklinikum Tübingen, Zentrum für öffentliches Gesundheitswesen und Versorgungsforschung (ZÖGV), Tübingen, Deutschland
Felix Beetz - Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, Deutschland; Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin (CCM, CVK), Berlin, Deutschland
Dawid Pieper - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung (IVGF), Deutschland; Medizinische Hochschule Brandenburg, Zentrum für Versorgungsforschung, Deutschland

Text

Hintergrund: Der Nutzen medizinischer Leitlinien gilt international als unbestritten. Nichtsdestotrotz werden ihre Empfehlungen in der klinischen Praxis nicht immer vollständig umgesetzt. Erfolgreiche Disseminationsstrategien von Leitlinieninhalten, wie das Zusammenfassen relevanter Informationen oder das Bereitstellen visueller Übersichten, sind nötig, um die Leitlinienadhärenz zu verbessern.

Zielsetzung/Fragestellung: Unsere Studie hat zum Ziel visuelle Übersichten von Inhalten medizinischer Leitlinien zu entwickeln und zu testen. So soll die Verbreitung von Leitlinienempfehlungen erleichtert und deren Umsetzung in der klinischen Praxis gestärkt werden.

Material & Methoden: Im Rahmen der laufenden Aktualisierung der S3-Leitlinie „Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung“ werden sukzessive für jedes final beschlossene Leitlinienkapitel visuelle Übersichten erstellt. Diese werden derzeitig getestet und durch kontinuierliche Gespräche mit Gesundheitsfachpersonal weiterentwickelt. Um die visuellen Übersichten zu evaluieren, weiter anzupassen und schlussendlich zu finalisieren, wird im Projektverlauf eine Befragung von Leitlinienanwender:innen (in Deutschland tätige Ärzt:innen im Bereich Notfallversorgung sowie Mitarbeitende im deutschen Rettungsdienst) durchgeführt. Hierbei werden Aspekte in Bezug auf Akzeptanz, Angemessenheit und Verständlichkeit abgefragt sowie Strategien zur erfolgreichen Dissemination adressiert.

Ergebnisse: Die ersten Pilot-Übersichten wurden entwickelt, iterativ anhand von Diskussionsrunden mit Gesundheitsfachpersonal verbessert und online veröffentlicht. Insgesamt repräsentieren sie 21 Leitlinienempfehlungen. Zur visuellen Unterstützung und verbesserten Lesbarkeit wurden grafische Symbole und verschiedene Farben verwendet. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass visuelle Übersichten von Leitlinienempfehlungen bei Leitlinienanwender:innen auf große Akzeptanz stoßen. Sie werden als sehr nützlich erachtet, da sie leicht zu verstehen sind und aufgrund ihrer Kürze auch unter zeitlicher Ressourcenknappheit angewendet werden können.

Diskussion: Unsere vorläufigen Ergebnisse zeigen Akzeptanz und Nutzbarkeit. Die folgende Projektphase zielt darauf ab zu untersuchen, ob visuelle Übersichten die Dissemination und Umsetzung der Leitlinienempfehlungen in der klinischen Praxis tatsächlich verbessern.

Take Home Message für die Praxis: Visuelle Übersichten können Leitlinienempfehlungen verständlicher darstellen und ihre Dissemination und Implementierung fördern.

Interessenkonflikte: B. Prediger, M. Leithaus, D. Häske, F. Beetz, C. Höfer geben an, dass kein Interessenskonflikt besteht.

D. Bieler, L. Hackenberg, F. Pavlu sind Mitglied im Koordinationsteam der S3-Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung

C. Orduhan, K. Gooßen, N. Könsgen, M. Kalsen, D. Pieper sind Mitglied der Steuergruppe der S3-Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung.