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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Inanspruchnahme eines sozialen Beratungsangebots von Lots:innen für gesundes Aufwachsen in kinderärztlichen Praxen (LoGiK) in Berlin – retrospektive Analyse von Beratungsdokumentationen

Marius Tibor Dierks - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
Hendrik Napierala - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
Niklas Jeske - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland
Patrizia Paplinski - Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Deutschland
Katrin Reiner - Stadtteilzentrum Steglitz e.V., Deutschland
Wolfram Joachim Herrmann - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Soziale Probleme bei Kindern und Jugendlichen und deren Eltern wie Einsamkeit, Schuldistanz oder familiäre Konflikte sind in der ärztlichen Versorgung häufig und wirken sich auf die Entstehung und den Verlauf psychischer und somatischer Erkrankungen aus. Das Projekt LoGiK möchte diese sozialen Probleme adressieren. Hierfür erprobt es einen Ansatz bei dem seit 2023 Sozialberatungen in einer gynäkologischen und sieben kinderärztlichen Praxen in Berlin durch Sozialarbeiter:innen, sogenannte Lots:innen, angeboten werden.

Zielsetzung/Fragestellung: Hauptziel der Projektevaluation ist es die Inanspruchnahme an Sozialberatungen in den teilnehmenden Praxen zu erfassen und in pragmatische Handlungsempfehlungen für eine breitere Implementierung des Projekts zu überführen.

Material & Methoden: Es werden ca. 400-600 Beratungsdokumentationen im Zeitraum von 2024–2026 in die Auswertung eingeschlossen. Die Rechtsgrundlage für die anonyme Auswertung der Daten erfolgt über das Gesundheitsdatennutzungsgesetz. In den Dokumentationen werden unter anderem das vorliegende soziale Problem, Familiencharakteristika, vermittelte Angebote und Anzahl der in Anspruch genommenen Beratungen dargestellt. Die Daten werden anhand deskriptiver statistischer Methoden ausgewertet.

Ergebnisse: Die bis zu dem Kongress vorliegenden Ergebnisse werden Aufschluss darüber geben, wie häufig das Angebot genutzt wurde, welche Personengruppen das Angebot in Anspruch genommen haben, welches die häufigsten sozialen Beratungsanlässe waren, wie viele der Beratungen Folgeberatungen waren und wohin die Lots:innen vermittelt haben. Es werden Unterschiede zwischen den Lots:innen und den Praxen dargestellt.

Diskussion: Die Ergebnisse werden im Vergleich zu anderen arztpraxisinternen und externen Beratungsangeboten – wie Social Prescribing und Beratungsstellen – hinsichtlich Inanspruchnahme, erreichter Zielgruppe und Implementierungsvoraussetzungen diskutiert.

Take Home Message für die Praxis: Sozialberatungen in Praxen können soziale Probleme in der Primärversorgung adressieren und sollten breiter implementiert werden. Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz kann unter bestimmten Voraussetzungen die wissenschaftliche Nutzbarmachung von Daten im ambulanten Bereich erleichtern.

Interessenkonflikte: Keine