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- Trends bei Arthrose und damit verbundenen Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens von 2008 bis 2021 bei 45- bis 64-Jährigen – welche Rolle spielen Bildungsniveau und Adipositas?
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Trends bei Arthrose und damit verbundenen Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens von 2008 bis 2021 bei 45- bis 64-Jährigen – welche Rolle spielen Bildungsniveau und Adipositas?
Text
Hintergrund: Morbiditätskompression: Wie entwickelt sich die Prävalenz von Arthrose vor dem Hintergrund steigender Lebenserwartung
Zielsetzung/Fragestellung: Diese Studie untersucht die zeitliche Entwicklung bildungsbezogener Ungleichheiten bei Arthrose unter Erwachsenen im Alter von 45–64 Jahren in Deutschland zwischen 2008 und 2021 sowie deren Zusammenhang mit funktionellen Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL). Darüber hinaus wird der Beitrag von Adipositas zu zeitlichen Veränderungen der Arthroseprävalenz und ihr Einfluss auf ADL untersucht.
Material & Methoden: Es wurden Daten des Deutschen Alterssurveys (DEAS) für die Jahre 2008, 2014 und 2021 analysiert. Arthrose wurde als ärztlich diagnostiziert selbstberichtet, und Adipositas wurde als BMI ≥ 30 definiert. ADL-Einschränkungen wurden zur Bewertung der Auswirkungen auf die Alltagsfunktion erhoben. Logistische Regressionsanalysen wurden verwendet, um zeitliche Trends und bildungsbezogene Unterschiede bei Arthrose und Adipositas zu untersuchen. Die Karlson-Holm-Breen-Dekomposition wurde eingesetzt, um den vermittelnden Effekt von Adipositas auf die zeitliche Entwicklung der Arthrose zu analysieren.
Ergebnisse: Die Prävalenz von Arthrose nahm im Zeitverlauf zu, insbesondere bei Frauen und Personen mit niedriger Bildung. Auch die Adipositas nahm zu, am stärksten bei Männern mit niedriger Bildung. ADL-Einschränkungen waren ausgeprägter bei Frauen und Personen mit niedriger Bildung, wobei die stärksten Einschränkungen bei Teilnehmenden beobachtet wurden, die sowohl von Arthrose als auch von Adipositas betroffen waren. Dekompositionsanalysen zeigten, dass bei Männern 33,2% des Anstiegs der Arthrose im Zeitverlauf durch Adipositas vermittelt werden, während der Anteil bei Frauen mit 6,5% geringer ist.
Diskussion: Adipositas erklärt einen Teil des Anstiegs der Arthrose, spielt jedoch insgesamt eine moderate Rolle, sodass weitere Risikofaktoren relevant sind. Besonders problematisch ist die Kombination beider Erkrankungen, da sie zu den größten funktionellen Einschränkungen führt.
Take Home Message für die Praxis: Die Krankheitslast durch Arthrose und Übergewicht nimmt zu, insbesondere bei sozial benachteiligten Gruppen. Adipositas verstärkt funktionelle Einschränkungen deutlich, vor allem in Kombination mit Arthrose. Daher sind gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen notwendig, die soziale und bildungsbezogene Ungleichheiten adressieren und besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen in den Fokus stellen.
Interessenkonflikte: Keine



