Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Sektorenübergreifendes Notfallmanagement in Pflegeeinrichtungen zur Stärkung von Handlungssicherheit und Selbstbestimmung

Sven Nelson Ruppert - Ostfalia Hochschule, Fakultät Gesundheitswesen, Deutschland
Martina Hasseler - Ostfalia Hochschule, Fakultät Gesundheitswesen, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Versorgungsalltag in stationären Pflegeeinrichtungen ist gekennzeichnet durch die Pflege älterer Menschen mit geriatrischem Syndrom und Strebenden. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Bewohnenden, sind Notfälle wahrscheinlich. Notfälle sind Ausdruck fehlender Handlungsmöglichkeiten der Pflegefachpersonen (PFP), kontraproduktiven Rahmenbedingungen, Ressourcenmangel vor Ort. Rettungsdiensteinsätze mit Krankenhauszuweisung sind die Folge und stellen eine erhebliche Unterbrechung der kontinuierlichen Versorgung sowie erwartbaren Stress der Bewohnenden dar. Empirisch belegt ist, dass viele Einsätze, Krankenhauszuweisungen vermeidbar wären. Ein sektorübergreifendes Versorgungsmanagement, das auch die Selbstbestimmtheit der Bewohnenden berücksichtigt, wäre zielführender als ein Transport in eine Notaufnahme.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Forschungsprojektes NOVELLE ist die Entwicklung eines sektorenübergreifenden und integrierten Notfall- und Verfügungsmanagements für die letzte Lebensphase. Durch den Einsatz interdisziplinär entwickelter Handlungsempfehlungen für Notfallsituationen in Pflegeeinrichtungen, sollen vermeidbare Rettungsdiensttransporte, Krankenhauszuweisungen reduziert werden. Weiter die Handlungssicherheit von PFP in und über ihren Sektor hinaus stärken sowie die Kommunikation mit Rettungsdienst, ärztlichem Bereitschaftsdienst (ÄBD) verbessern.

Material & Methoden: Das Studiendesign ist eine longitudinale Interventionsstudie mit Kontrollgruppen. Es erfolgen verschiedene Struktur- und Prozessevaluationen. Nach Festlegung der häufigsten Notfälle, wurde das ABCDE-Pflegenotfallassessment entwickelt und in den Interventionseinrichtungen implementiert. Die Kontrollgruppe handelte weiter nach internen Vorgaben.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Anwendung des Notfallassessments durch PFP in Notfallsituationen, diesen eine schnelle, wiederholte Einschätzung des Gesundheitszustandes der gefährdeten Person ermöglicht und weiter ermöglicht, Optionen für eine Weiterversorgung zu erarbeiten. Von einer Weiterversorgung in der Pflegeeinrichtung, Rufen des ÄBD, bis hin zum rettungsdienstlichen Einsatz.

Diskussion: Können weitere Kompetenzzuschreibungen an PFP, über den § 5PflBG hinaus, im Vorfeld möglichen Notfällen entgegen wirken?

Take Home Message für die Praxis: Die Anwendung des ABCDE-Pflegenotfallassessments zeigt, dass die sektorenübergreifende Zusammenarbeit gefördert wird, Rettungseinsätze reduziert werden, Pflegefachpersonen mehr Handlungssicherheit erfahren und die Selbstbestimmtheit der Bewohnenden unterstützt wird.

Interessenkonflikte: Keine