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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Nutzungsanalyse der Grünen Liste Prävention: Perspektiven der Nutzenden zur Weiterentwicklung eines Evidenzregisters

Ricarda Brender - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Katharina Bremer - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Frederick Groeger-Roth - Niedersächsisches Justizministerium, Landespräventionsrat Niedersachsen, Deutschland
Ulla Walter - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Als Evidenzregister gibt die Grüne Liste Prävention einen Überblick zu bundesweit verfügbaren, wissenschaftlich fundierten Präventionsmaßnahmen. Es unterstützt Fachkräfte bei der Auswahl geeigneter Programme und fördert evidenzbasiertes Handeln. Bisher fehlten systematische Erkenntnisse zur Nutzung und Relevanz des Registers aus Perspektive der Nutzenden.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Befragung war es, Anwendungskontexte, Nutzungszwecke und die Bedeutung des Registers für Entscheidungsprozesse zu erfassen sowie Bedarfe und Verbesserungspotenziale aus Sicht der Nutzenden zu identifizieren.

Material & Methoden: Zwischen Oktober und Dezember 2025 wurde eine Online-On-Site-Befragung auf der Webseite der Grünen Liste Prävention durchgeführt und zusätzlich über einschlägige Netzwerke verbreitet. Teilnehmen konnten alle Personen, denen das Register bekannt ist und Fragen zur Usability und Nutzung beantworten können. Die Auswertung erfolgte deskriptiv.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen 228 Personen teil, die überwiegend in Schule (12,3 %), Jugendamt (11,0 %), Hochschulen, Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen (10,0 %) sowie Ministerien (8,8 %) arbeiten. Über 95 % der Befragten empfehlen die Grüne Liste Prävention weiter. Besonders positiv eingeschätzt werden Vertrauenswürdigkeit (95,6%; N=159) und Funktion als Qualitätssiegel (93,5%; N=155). Zudem geben viele an, dass es ihnen die evidenzbasierte Arbeit erleichtert (86,2%; N=152) und Rechercheaufwand nach evidenzbasierten Maßnahmen reduziert (88,1%; N=152). Das Register wird zur Maßnahmenauswahl, in Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie im Rahmen von Präventionsstrategien wie Communities That Care genutzt. Verbesserungswünsche betreffen v. a. erweiterte Suchkriterien, eine modernisierte Webstruktur, zusätzliche Themenfelder (z. B. Medienkompetenz, Demokratieförderung) und eine Ausweitung auf weitere Zielgruppen.

Diskussion: Die Befragung zeigt, dass die Grüne Liste Prävention eine wichtige Orientierungshilfe für evidenzbasierte Prävention darstellt und in vielfältigen Kontexten genutzt wird. Gleichzeitig bestehen Entwicklungsbedarfe, insbesondere hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit, thematischer Breite und praxisnahen Zusatzmaterialien. Strukturelle Faktoren wie fehlende personelle oder finanzielle Ressourcen erschweren weiterhin die Umsetzung evidenzbasierter Maßnahmen.

Take Home Message für die Praxis: Die Grüne Liste Prävention unterstützt Fachkräfte wirksam bei der Auswahl evidenzbasierter Präventionsmaßnahmen.

Interessenkonflikte: Keine