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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Teilnahme an verhaltenspräventiven Maßnahmen in Deutschland im Zeitvergleich: Ergebnisse aus DEGS1 (2008–2011) und dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2025

Olga Maria Domanska - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Anna Starker - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Susanne Jordan - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland

Text

Hintergrund: Angebote zur Förderung des Gesundheitsverhaltens sollen der Entstehung nicht übertragbarer Krankheiten entgegenwirken. Frühere Bevölkerungsstudien zeigten eine deutliche Zunahme der Teilnahme an verhaltenspräventiven Maßnahmen, wie der Vergleich zwischen dem „Bundesgesundheits-Survey“ (BGS98, 1997–1999) und der „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ in Deutschland (DEGS1, 2008–2011) belegt.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung der Teilnahmeraten an verhaltenspräventiven Maßnahmen 2025 und vor 15 Jahren unter Berücksichtigung soziodemografischer Merkmale.

Material & Methoden: Analysiert wurden Daten aus DEGS1 (n=7.806) und der Jahreserhebung 2025 des Panels „Gesundheit in Deutschland“ (n=29.513) des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Analysen basieren auf Angaben von Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren, die schriftlich bzw. online zu ihrer Teilnahme an verhaltenspräventiven Maßnahmen befragt wurden. Als Teilnahme gilt die Inanspruchnahme mindestens einer Maßnahme in den Bereichen Bewegung, Ernährung oder Entspannung in den letzten 12 Monaten. Die vorläufige Analyse wurde gewichtet und nach Geschlecht, Alter und Bildung stratifiziert.

Ergebnisse: 17,7% (95%-KI: 17,1–18,3) der Befragten des RKI-Panels 2025 gaben an, innerhalb der letzten 12 Monate an mindestens einer Maßnahme teilgenommen zu haben. Im Vergleich zu DEGS1 (16,6%; 95%-KI: 15,5–17,7) zeigt nur ein nicht signifikanter Anstieg um ca. einen Prozentpunkt. Den stärksten Zuwachs zeigen Entspannungskurse. Am häufigsten wurden zu beiden Zeiträumen Bewegungskurse genutzt (DEGS1: 14,5%; RKI-Panel 2025: 14,9%). Frauen nahmen weiterhin etwa doppelt so häufig teil wie Männer, bei denen die Teilnahme leicht angestiegen ist. Je höher die Bildung, desto häufiger wurde eine Inanspruchnahme berichtet. Zur Tagung werden die finalen Ergebnisse präsentiert.

Diskussion: Die Teilnahme an mindestens einer verhaltenspräventiven Maßnahme ist im Vergleich zu vor 15 Jahren nicht bedeutsam gestiegen. Dies könnte auf einen „Sättigungseffekt“ hinweisen, da über diese Art der Angebote keine weiteren Bevölkerungsgruppen erreicht werden. Auch 2025 berichteten Frauen und Personen mit hoher Bildung häufiger von einer Teilnahme – Gruppen, die bereits häufiger ein gesundheitsförderliches Gesundheitsverhalten zeigen.

Take Home Message für die Praxis: Verhaltensprävention allein erreicht nicht alle Bevölkerungsgruppen – für mehr gesundheitliche Chancengleichheit ist ein Ausbau der Verhältnisprävention erforderlich.

Interessenkonflikte: Keine