Gesundheit gestalten
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„Doktor Google ist nicht immer so hilfreich“ – Bedeutung und Entwicklung von Patient:innenleitlinien am Beispiel des Delirs im höheren Lebensalter
Text
Hintergrund: Während eines Krankenhausaufenthalts kann bei älteren Menschen ein Delir auftreten, ein akuter Verwirrtheitszustand. Das (Mit-)Erleben eines Delirs ist sehr belastend. Angehörige machen die Erfahrung, dass eine bedürfnisgerechte Versorgung der Betroffenen kaum gewährleistet ist und es an Information und Aufklärung mangelt. Es fällt ihnen schwer, die Qualität von Informationen zum Delir einzuschätzen. Sie benötigen verlässliche Informationen und Handlungsempfehlungen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Vorhabens war es, eine Patient:innenleitlinie zur S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter zu erstellen. Die Entwicklung erfolgte in einem interdisziplinären und interprofessionellen Konsortium, gemeinsam mit zwei Vertreterinnen der Selbsthilfe und einer Erfahrungsexpertin.
Material & Methoden: Das Vorgehen folgte den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Auf Basis der zielgruppenrelevanten Inhalte der S3-Leitlinie wurde eine Gliederung für die Patient:innenleitlinie erstellt und im Konsortium abgestimmt. Im Anschluss erfolgte das Verfassen der Texte und die Entwicklung von ergänzenden Materialien wie Gesprächsleitfäden und Handlungsempfehlungen. Das Ergebnis wurde mit einem Fokus auf Verständlichkeit und Nutzen im Konsortium diskutiert. Abschließend hat die Patient:innenleitlinie ein ansprechendes Design erhalten.
Ergebnisse: Mit der Patient:innenleitlinie liegen evidenzbasierte und allgemein verständliche Gesundheitsinformationen zum Delir im höheren Lebensalter vor. Sie deckt das gesamte Versorgungsspektrum ab, von der Primärprävention bis zur Langzeitversorgung. Die Patient:innenleitlinie soll Betroffene und Angehörige ermutigen und befähigen, sich aktiv in die Delirprävention und -behandlung einzubringen. Sie vermittelt das hierzu erforderliche Wissen, zeigt Handlungsmöglichkeiten auf und unterstützt die gemeinsame Entscheidungsfindung mit dem Behandlungsteam.
Diskussion: Patient:innenleitlinien sind ein wertvoller Beitrag zur Stärkung der Nutzer:innenkompetenz. Die Entwicklung ist eine ressourcenintensive Aufgabe. Neben der Bereitstellung von Informationsangeboten ist eine gezielte Entwicklung und Implementierung von Konzepten zur Delir-Prävention und zum Delir-Management in den verschiedenen Versorgungssettings erforderlich
Take Home Message für die Praxis: Patient:innenleitlinien stellen evidenzbasierte Gesundheitsinformationen für Nutzer:innen bereit und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen Entscheidungsfindung.
Interessenkonflikte:
Eva Trompetter
Mitglied Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe (HVG) e.V.
Mitglied Deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft (DGPTW) e.V.
Mitglied Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF) e.V.
Mitglied Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.
Forschung, Publikationen, Vorträge und Lehre im Bereich Delir im höheren Lebensalter
Mitglied der Steuerungsgruppe der S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter, Koordinatorin / Autorin der Patient:innenleitlinie
Julia Kühnle
Mitglied Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V.
Mitglied Delir-Netzwerk e.V.
klinische Tätigkeit im Bereich Delir / Demenz
Mitglied der Steuerungsgruppe der S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter, Autorin der Patient:innenleitlinie
Dr. Angela Nikelski
Mitglied Delir-Netzwerk e.V.
klinische Tätigkeit, Forschung, Publikationen, Vorträge und Lehre im Bereich Delir im höheren Lebensalter
Co-Autorin der Patient:innenleitlinie zur S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter
Mitglied in der Expert:innenarbeitsgruppe des Expertenstandards zum Thema Delir
Dr. Stefan Kreisel
Vorstandsmitglied European Delirium Association (EDA)
Vorstandsmitglied Delir-Netzwerk e.V.
Vorstandsmitglied Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und – psychotherapie (DGGPP) e.V.
klinische Tätigkeit, Forschung, Publikationen, Vorträge und Lehre im Bereich Delir im höheren Lebensalter
Mitglied der Steuerungsgruppe / Konsortialpartner der S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter
Mitglied in der Expert:innenarbeitsgruppe des Expertenstandards zum Thema Delir
Forschungsförderung durch BMBF, G-BA, MKW NRW, Robert Bosch Stiftung, Universität Bielefeld
PD Dr. Christine Thomas
Board Member European Delirium Association (EDA)
Mitglied / Beisitzerin im Vorstand Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und – psychotherapie (DGGPP) e.V.
Mitglied Delir-Netzwerk e.V.
Mitglied Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) e.V.
Mitglied Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) e.V.
Mitglied AKTIVER Lebensqualität erhalten e.V.
klinische Tätigkeit, Forschung, Publikationen, Vorträge und Lehre im Bereich Delir im höheren Lebensalter
Mitglied der Steuerungsgruppe / Konsortialführung der S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter
Forschungsförderung durch G-BA, Robert Bosch Stiftung



