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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Elterliche Belastungen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität von 11- bis 17-Jährigen in Deutschland: die Rolle der Selbstwirksamkeit
Text
Hintergrund: Elterliche Belastungen können sich negativ auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) in der Adoleszenz auswirken. Die Rolle von psychischen Ressourcen ist bislang kaum analysiert worden.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang elterlicher Belastungen mit der HRQoL von 11- bis 17-Jährigen sowie die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) von Mädchen und Jungen als Mediator und Moderator dieser Assoziation zu analysieren.
Material & Methoden: Die Analysen wurden mit Daten der zweiten Folgebefragung der KiGGS-Kohorte (2014–2017) gewichtet durchgeführt (Mädchen: n=2165, Jungen: n=2063). Mittels Pfadmodellen wurden der Gesamt- und direkte Effekt elterlicher Belastungen auf die kindliche HRQoL (KIDSCREEN-27; Subskalen körperliches & psychisches Wohlbefinden) sowie der indirekte, durch die kindlichen SWE vermittelte Effekt (Mediation), berechnet. Der Moderationseffekt wurde über ein lineares Regressionsmodell mit Interaktion aus elterlichen Belastungen und kindlichen SWE ermittelt.
Ergebnisse: Elterliche Belastungen stehen in signifikant negativem Zusammenhang mit der HRQoL von Mädchen und Jungen (Gesamteffekt). In der Mediationsanalyse zeigt sich beim psychischen Wohlbefinden ein signifikanter direkter Effekt, während dies beim körperlichen Wohlbefinden nicht der Fall ist. Für beide Geschlechter liegt ein signifikanter indirekter Effekt von elterlichen Belastungen auf das psychische und körperliche Wohlbefinden, vermittelt über deren SWE, vor. Die Moderationsanalyse zeigt, dass hohe SWE den Effekt elterlicher Belastungen auf das körperliche Wohlbefinden bei Mädchen abpuffern können. Für das körperliche Wohlbefinden bei Jungen und das psychische Wohlbefinden beider Geschlechter ist der Interaktionseffekt nicht signifikant.
Diskussion: Die Querschnittergebnisse legen nahe, dass elterliche Belastungen einen negativen Effekt auf SWE von Mädchen und Jungen und in Folge auf ihr psychisches und körperliches Wohlbefinden haben können, bedürfen aber einer längsschnittlichen Absicherung. Zudem gibt es Hinweise, dass das Potential psychischer Ressourcen wie SWE in Belastungssituationen zwischen Mädchen und Jungen differiert.
Take Home Message für die Praxis: Um Kinder vor den gesundheitlichen Folgen elterlicher Belastungen zu schützen, braucht es politische und verhältnispräventive Maßnahmen, die zum Abbau elterlicher Belastungen beitragen, sowie Maßnahmen zur Förderung von psychischen Ressourcen wie SWE bei Kindern.
Interessenkonflikte: Keine



