Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Prävalenz von kardiovaskulären Risikofaktoren in Deutschland im westeuropäischen Vergleich – Ergebnisse auf Basis des European Health Interview Surveys (EHIS 3, 2018–2020)

Henriette Steppuhn - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Christin Heidemann - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Ronny Kuhnert - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Kristin Manz - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Gert B. M. Mensink - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Dorothea Mößnang - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Anja Schienkiewitz - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Anna Starker - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Hannelore Neuhauser - Robert Koch-Institut, Abteilung 2 für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland

Text

Hintergrund: Deutschland weist unter den EU-14-Staaten (EU-Mitglieder vor 2004 ohne das Vereinigte Königreich) die niedrigste Lebenserwartung auf, obwohl die Gesundheitsausgaben pro Kopf im europäischen Vergleich am höchsten sind. Ein wesentlicher Anteil der Differenz in der Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Ländern wurde auf eine höhere Mortalität an nichtübertragbaren Krankheiten, insbesondere an kardiovaskulären Erkrankungen, zurückgeführt. Dabei ist jedoch unklar, inwieweit eine schlechtere Herz-Kreislauf-Gesundheit in Deutschland zu den beobachteten Mortalitätsunterschieden beiträgt.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Analyse war es, das Ranking Deutschlands in der altersstandardisierten Prävalenz zentraler kardiovaskulärer Risikofaktoren im westeuropäischen Vergleich zu untersuchen.

Material & Methoden: Wir haben Daten des European Health Interview Surveys (EHIS 3, 2018 – 2020) von Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und mehr aus 14 westeuropäischen Ländern (EU-14 ohne Frankreich mit Hinzunahme von Norwegen) genutzt. Die betrachteten kardiovaskulären Risikofaktoren basierten dabei auf Selbstangaben zum Vorliegen ausgewählter Erkrankungen in den letzten 12 Monaten (Bluthochdruck, Diabetes mellitus), zum aktuellen (täglichen und gelegentlichen) Rauchen, zu Adipositas (BMI ≥30 kg/m² basierend auf Größe und Gewicht) und zum täglichen Obst- und Gemüsekonsum.

Ergebnisse: Alle kardiovaskulären Risikofaktoren zeigten deutliche Unterschiede im westeuropäischen Vergleich. Deutschland rangierte auf den hinteren Rangplätzen mit hohen Prävalenzen für aktuelles Rauchen (Platz 13 im Ranking von 14 Ländern), Adipositas (12/14), Bluthochdruck (12/14), Diabetes (12/14) sowie für fehlenden täglichen Obst- und Gemüsekonsum (10/14).

Diskussion: Das schlechte Abschneiden Deutschlands bei zentralen Aspekten der Herz-Kreislauf-Gesundheit innerhalb Westeuropas lässt sich auf Basis verschiedener selbstberichteter Informationen zu Erkrankungen, Verhalten und Körpermaßen darstellen.

Take Home Message für die Praxis: Unsere Ergebnisse zeigen die bestehende Präventionslücke in Deutschland auf und bestätigen den Befund, dass Handlungsbedarf im Bereich der Prävention von kardiovaskulären bzw. nichtübertragbaren Krankheiten besteht.

Interessenkonflikte: Keine