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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Implementierung einer bedarfsgerechten, digital gestützten Versorgung von Kindern mit mildem Schädelhirntrauma in der Notaufnahme. Erwartungen aus Perspektive der Mitarbeitenden

Luisa Friedrich - Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (Es-FoMed) GmbH, Essen, Deutschland
Elisabeth Plath - Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (Es-FoMed) GmbH, Essen, Deutschland
Silke Neusser - Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (Es-FoMed) GmbH, Essen, Deutschland
Sarah Schlierenkamp - Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (Es-FoMed) GmbH, Essen, Deutschland
Nora Bruns - Universitätsklinikum Essen (AöR) in Wahrnehmung der Aufgaben der Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, vertreten durch den Vorstand, dieser vertreten durch den kaufmännischen Direktor, Klinik für Kinderheilkunde I, Essen, Deutschland
Michaela Veronika Bonfert - LMU Klinikum, Zentrum für Entwicklung und komplex chronisch kranke Kinder im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Deutschland
Laura Hörster - MedEcon Ruhr, Deutschland
Silke Neusser - Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (Es-FoMed) GmbH, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund: Das innovationsfondgeförderte Projekt SaVeBRAIN.Kids zielt auf eine Versorgungsverbesserung in der Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen mit einem milden Schädelhirntrauma (SHT) ab (01NVF23108). Mittels bedarfsgerechter digital gesteuerter Intervention soll die Entlassung in die Häuslichkeit derjenigen gestützt werden, die nicht zwingend stationär aufgenommen werden müssen. Hierzu wird eine standardisierte, digitalisierte Anamnese- und Befunderhebung (ggf. in Kombination mit stundenweiser Überwachung in der Notaufnahme) implementiert.

Zielsetzung/Fragestellung: Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, Verbesserungsbedarfe sowie Erwartungen der Mitarbeitenden an die neustrukturierten (digitalen) Prozesse vorzustellen.

Material & Methoden: Im September 2025 fand unmittelbar vor der Implementierung (Oktober 2025) in den 11 teilnehmenden Notaufnahmen eine standardisierte Querschnittsbefragung der Mitarbeitenden über Lime Survey statt. Der Erhebungsbogen basiert auf zuvor durchgeführten Leitfadeninterviews und Fokusgruppen mit Eltern, Ärzt:innen und Pflegekräften sowie auf Literaturrecherchen.

Ergebnisse: Es beteiligten sich 50 Mitarbeitende (21 Pflegekräfte, 29 Ärzt:innen). Aktuelle Versorgungsabläufe wurden durchweg (Pflegekräfte 100%) oder überwiegend (Ärzt:innen 89%) als zufriedenstellend bewertet. Wesentliche Probleme wurden im hohen Patientenaufkommen bei geringer stationärer Bettenkapazität gesehen. Eine überwiegende Mehrheit erwartet von der neuen Versorgungsform eine Versorgungsverbesserung für Kinder- und Jugendliche mit mildem SHT. Ärzt:innen erhoffen sich durch die neustrukturierte Dokumentation einen Rückgang vermeidbarer stationärer Aufnahmen (50%) sowie eine verbesserte Dokumentation (64%). Gleichzeitig gehen die Ärzt:innen weder von einer schnelleren Erledigung der Aufgaben (85%) noch von einer Reduktion der Arbeitsbelastung (60%) aus.

Diskussion: Die Mitarbeitenden scheinen der Implementierung der Neustrukturierung positiv gegenüberzustehen, obwohl sie sich mehrheitlich keine Arbeitsentlastung versprechen. Die Triangulation dieser Ergebnisse mit der aktuell laufenden Befragung zur Implementierung muss zeigen, an welchen konkreten Stellen Hemmnisse und Hürden bei der Integration der neuen Versorgungsform in die Arbeitsprozesse auftreten.

Take Home Message für die Praxis: Ärzt:innen und Pflegekräfte in der Notaufnahme sind gegenüber Veränderungsprozessen aufgeschlossen, die relevante Versorgungsprobleme adressieren.

Interessenkonflikte: Keine