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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Needs-Assessment für eine digitale Versorgung im Klimawandel

Heike Vollmer - Hochschule Fulda, Fulda, Deutschland
Julia Halbig - Hochschule Fulda, Fulda, Deutschland
Katharina Rathmann - Hochschule Fulda, Fulda, Deutschland
Dea Niebuhr - Hochschule Fulda, Fulda, Deutschland

Text

Hintergrund: Hitze, Kälte, hohe Luftfeuchte, rasche Temperaturwechsel, Luftschadstoff- und Pollenbelastungen können sich negativ auf Personen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen und bei Schwangeren mit Bluthochdruck auswirken. Medizinische und pflegerische Fachkräfte haben eine Schlüsselrolle in Prävention und Aufklärung zum Hitzeschutz sowie zu weiteren Umweltrisiken inne wie z. B. bei klimaangepassten Therapieregimen und der Unterstützung für ein individuell abgestimmtes Verhalten während der Extremwetter- und Umweltereignisse.

Zielsetzung/Fragestellung: Für die Auswirkungen von Wetter- und Umwelteinflüssen auf Krankheitsverläufe von Vorerkrankten werden Digitale Anwendungen (DiGA) zur Stärkung der Klimaresilienz in der Versorgung entwickelt. Zentral sind die Fragen: 1) Welches Bewusstsein haben Patient:innen zum Einfluss von Wetter- und Umwelteinflüssen auf ihre Gesundheit und welche Erwartungen leiten sie für die Nutzung von DiGA für ihr Selbstmanagement ab? 2) Welche Anforderungen sehen Patient:innen und Leistungserbringende als notwendig an, damit klimarelevante DiGA im (Versorgungs-)Alltag nutzbar sind?

Material & Methoden: Es wurden über 30 semistandardisierte Interviews mit Patient:innen, Ärzt:innen, Hebammen, Pflegekräften usw. durchgeführt. Die Datenanalyse erfolgt nach der reflexiven thematischen Analyse von Braun/Clarke mit MAXQDA 24. Für die Entwicklung und Erprobung der DiGA wird eine Vorher-/Nachher-Befragung durchgeführt.

Ergebnisse: DiGA sollen aus Sicht der Patient:innen durch die Verbindung von Wetter- und Umweltdaten ein personalisiertes Krankheitsmanagement, prägnante edukative Inhalte, Erinnerungs- und Dokumentationsfunktionen sowie frühzeitige Warnungen enthalten, um rechtzeitig Interventionen besonders von Ärzt:innen im akuten Klimaereignis zu erfahren. Fachkräfte erwarten eine mehrdimensionale Förderung „klimasensibler Medizin“: Sie bewerten die Umsetzung einer digital-gestützten, klimaresilienten Gesundheitsversorgung aber eher kritisch.

Diskussion: Zur (Weiter-)Entwicklung der digitalen Versorgung wird die partizipative Entwicklung für ein klimabezogenes Monitoring von Erkrankungen z. B. mit einer mobilen App ausdrücklich gefordert. Ein umfangreicher Anforderungskatalog mit Empfehlungen für solche DiGA einer klimaresilienten Versorgung in Modellregionen wird vorgestellt.

Take Home Message für die Praxis: Fachkräfte müssen sich der Klimawandelfolgen bewusst sein, um präventiv agieren zu können. Vorerkrankte spüren diese bereits. Für eine digital-gestützte klimabezogene Versorgung sind Schulungen und Vernetzung entscheidende Elemente.

Interessenkonflikte: Keine