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- Multiprofessionelle und nutzerseitige Perspektiven auf palliativmedizinische Tageskliniken. Ergebnisse der qualitativen Evaluation im Projekt „Selbstständigkeit und Lebensqualität – Palliativmedizinische Tagesklinik“ (SEELE)
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Multiprofessionelle und nutzerseitige Perspektiven auf palliativmedizinische Tageskliniken. Ergebnisse der qualitativen Evaluation im Projekt „Selbstständigkeit und Lebensqualität – Palliativmedizinische Tagesklinik“ (SEELE)
Text
Hintergrund: In ländlich geprägten Regionen bestehen strukturelle Versorgungslücken in der spezialisierten Palliativversorgung. Das Innovationsfondsprojekt SEELE hat in Brandenburg drei palliativmedizinische Tageskliniken (PallTK) implementiert, wobei medizinische, pflegerische, therapeutische und psychosoziale Angebote gebündelt werden. Die Gesamtevaluation von SEELE umfasst eine klinische, eine gesundheitsökonomische sowie eine qualitative Prozessevaluation.
Zielsetzung/Fragestellung: Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Prozessevaluation. Das Ziel ist es, die Grundlagen für eine flächendeckende Implementierung zu schaffen. Im Fokus stehen die Perspektiven von Patient:innen, Angehörigen und Versorgungsakteur:innen.
Material & Methoden: Datengrundlage bilden leitfadengestützte Einzelinterviews, Fokusgruppen und ein Stakeholder Workshop mit Patient:innen, Angehörigen und den Versorgungsakteur:innen. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse orientiert an Kuckartz und Mayring mit deduktiv-induktiver Kategorienbildung. Zwei Forschende haben im wechselseitigen Austausch kodiert, um Interpretationsverzerrungen zu reduzieren.
Ergebnisse: Es wurden förderliche und hinderliche Faktoren in Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität identifiziert. Patient:innen und Angehörige berichten von Entlastung bei Koordination, Symptommanagement und psychosozialer Unterstützung. Die nahtlose Weiterversorgung nach stationären Aufenthalten wurde als besonders wertvoll erlebt. Es wurde der Wunsch einer Nachbetreuung nach Projektabschluss geäußert. Versorgungsakteur:innen heben die interdisziplinäre Zusammenarbeit, ausreichende Zeitkontingente und partizipative Therapiezielabstimmung positiv hervor. Als herausfordernd wurden die Rahmenbedingungen der Intervention wie z.B. der Ausschluss von SAPV sowie die begrenzte Anzahl an Behandlungstagen beschrieben.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial PallTK, Versorgungskontinuität zu stabilisieren und sektorale Schnittstellen gezielt zu überbrücken. Zur gelungenen Implementation einer PallTK sollten sowohl fördernde als auch hinderliche Faktoren berücksichtigt werden.
Take Home Message für die Praxis: PallTK leisten einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit, Entlastung und Versorgungsqualität und stellen ein potenzielles Strukturmodell in der Palliativversorgung dar.
Interessenkonflikte: Die Autor:innen erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.



