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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Einstellungen und Erwartungen von Hausärzt:innen, Patient:innen und Angehörigen zum Einsatz blutbasierter Biomarker der Alzheimer-Krankheit: ein multidisziplinäres Analyseprojekt
Text
Hintergrund: Hausärzt:innen sind häufig erste Ansprechpersonen bei Gedächtnisbeschwerden und Vermittlungsstelle an Gedächtnisambulanzen/Fachärzt:innen. Entwicklungen blutbasierter Biomarker (BBM)-Tests zur Unterstützung rechtzeitiger Diagnosen der Alzheimer-Krankheit (AD) haben Potenzial, initiale Diagnoseprozesse in der hausärztlichen Versorgung zu verbessern, jedoch sind Einstellungen und Erwartungen von Hausärzt:innen, Patient:innen und Angehörigen hierzu unklar.
Zielsetzung/Fragestellung: Im PREPARE-Projekt untersuchen wir empirisch und ethisch u.a., ob und wie sich der Einsatz von BBM in Hausarztpraxen patient:innenorientiert gestalten lässt.
Material & Methoden:
1) Ein ethischer Workshop mit Expert:innen (N=11) entwickelte Szenarien zum Einsatz von BBM-Tests und definierte Versorgungs-/Implementierungsstrategien, bedingende politische Rahmenbedingungen sowie soziale und ethische Implikationen.
2) Perspektiven von Hausärzt:innen zum Einsatz von BBM wurden mit semi-strukturierten Interviews (n=15) erfasst. Auf Basis der Interviews wurde eine Online-Umfrage erstellt, um zentrale Aussagen zu quantifizieren (n=92).
3) Perspektiven von Patient:innen und Angehörigen wurden mit einer papierbasierten Umfrage erfasst (je n=80). Um Erwartungen, Kommunikationsbedürfnisse und ethische Herausforderungen zu beleuchten, werden semi-strukturierte Interviews (n=15) geführt.
Alle qualitativen Daten werden inhaltsanalytisch ausgewertet.
Ergebnisse: Der Szenario-Workshop verdeutlichte, dass BBM-Tests nicht nur klinische Innovation sind, sondern gesellschaftliche Entwicklung initiieren, die Konzepte wie Altern, Verantwortung und Vulnerabilität neu definieren könnte. Erste Ergebnisse der Befragungen deuten auf eine generelle Offenheit ggü. BBM-Tests, zeigen jedoch Informations- und Kommunikationsbedarfe vor den Tests sowie Bedürfnisse nach Handlungsoptionen und wirksamen Therapieansätzen. Bedenken beziehen sich auf unklare Erwartungen bzgl. Durchführung und Konsequenzen der Testung sowie Unterstützung des Gesundheitssystems. BBM werden von Hausärzt:innen eher als ergänzendes diagnostisches Tool gesehen.
Diskussion: Auf dieser Basis stellen wir erste Empfehlungen vor, wie BBM ethisch und sozial verantwortlich in die hausärztliche Versorgung eingebaut werden könnten. Durch eine interaktive Befragung sollen Meinungen aus dem Kongresspublikum zur Implementierung von BBM in die weitere Ausarbeitung der Empfehlungen eingebunden werden.
Take Home Message für die Praxis: Der Beitrag soll dazu einladen, die Bereitschaft und mögliche Umsetzung einer BBM-Testung in der eigenen Praxis zu reflektieren.
Interessenkonflikte: Keine



