Logo

38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Reproduzierbarkeit OCT-basierter Hornhautparameter zwischen verschiedenen Messsitzungen bei Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus

Tadas Naujokaitis - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Christian Jänichen - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Robert Herber - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Frederik Raiskup - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Vanja Godjevac - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Lars Mackenbrock - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Ramin Khoramnia - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden

Text

Zielsetzung: Die Beurteilung einer Progression bei fortgeschrittenem Keratokonus ist besonders herausfordernd, da die Reproduzierbarkeit tomographischer Hornhautparameter mit zunehmendem Schweregrad des Keratokonus abnimmt. Die Reproduzierbarkeit verringert sich zusätzlich, wenn Messungen in verschiedenen Messsitzungen durchgeführt werden. Die meisten Studien untersuchen ausschließlich die Wiederholbarkeit zwischen Untersuchungen am selben Tag und nur bei weniger fortgeschrittenen Augen untersuchen. Ziel der Studie war die Untersuchung der Reproduzierbarkeit OCT-basierter Hornhautparameter zwischen verschiedenen Messsitzungen bei Augen mit fortgeschrittenem Keratokonus.

Methoden: In dieser monozentrischen longitudinalen Studie wurden 29 Augen von 29 Patientinnen und Patienten mit stabilem Keratokonus und einem anterioren Kmax > 60 dpt untersucht, bei denen innerhalb von 14 bis 180 Tagen zwei konsekutive Hornhauttomographien durchgeführt wurden. Die Stabilität der Erkrankung wurde durch vier konsekutive Messungen bei verschiedenen Verlaufskontrollen über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr bestätigt. Die Hornhauttomographie erfolgte mittels AS-OCT mit dem Anterion (Heidelberg Engineering). Analysiert wurden folgende Parameter: anteriorer Kmax, maximale Elevation der Hornhautvorderfläche, posteriorer Kmax, maximale Elevation der Hornhautrückfläche, minimale Hornhautdicke sowie die Standardabweichung der mittleren Epitheldicke. Die Reproduzierbarkeit wurde mithilfe Reproduzierbarkeitskoeffizienten beurteilt.

Ergebnisse: Der mittlere anteriore Kmax betrug 69,4 ± 12,2 dpt, die minimale Hornhautdicke 398 ± 54 µm. Keiner der untersuchten Parameter zeigte zwischen den beiden Messsitzungen einen statistisch signifikanten Unterschied (p > 0,05; Wilcoxon-Test, adjustiert für 6 Vergleiche). Die Reproduzierbarkeitskoeffizienten zwischen verschiedenen Messsitzungen betrugen 2,5 dpt für den anterioren Kmax, 0,8 dpt für den posterioren Kmax, 9 µm für die maximale Elevation der Hornhautvorderfläche, 11 µm für die maximale Elevation der Hornhautrückfläche, 8 µm für die minimale Hornhautdicke und 4 µm für die Standardabweichung der mittleren Epitheldicke.

Schlussfolgerungen: Bei Augen mit fortgeschrittenem Keratokonus können zwischen verschiedenen Messsitzungen relevante Schwankungen der Hornhautparameter auftreten. Daher sollten bei der Beurteilung einer Keratokonus-Progression in dieser Patientengruppe höhere Grenzwerte angewendet werden.