38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Bewertung der Leseleistung nach refraktiven Linsenaustausch mit Implantation einer nicht-diffraktiven EDOF-Intraokularlinse
Text
Zielsetzung: Ziel dieser Studie war die Evaluierung der Leseleistung bei Mini-Monovision nach Implantation einer Intraokularlinse mit erweiterter Tiefenschärfe (EDoF-IOL) im Rahmen eines beidseitigen femtosekundenlaserassistierten refraktiven Linsenaustauschs.
Methode: Es handelt sich um eine prospektive, interventionelle Kohortenstudie, in der Patienten im Rahmen eines femtosekundenlaserassistierten refraktiven Linsenaustauschs mit Implantation der Vivity EDoF-IOL (Alcon, Fort Worth, TX, USA) behandelt wurden. Die Leseleistung wurde präoperativ sowie 6 Monate postoperativ bewertet. Zusätzlich wurden die unkorrigierte und zielkorrigierte monokulare und binokulare Leseschärfe und die Lesegeschwindigkeit in 40 cm und 80 cm Entfernung sowie in den subjektiv bevorzugten Nah- und Intermediärdistanzen beurteilt.
Ergebnis: Es wurden 44 Augen von 22 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 60 ± 5 Jahren behandelt. Präoperativ betrug die mittlere binokulare, zielkorrigierte Leseschärfe 0,31 ± 0,16 logMAR im Nahbereich (40 cm) und 0,09 ± 0,08 logMAR im Intermediärbereich (66 cm). Sechs Monate postoperativ betrug die mittlere binokulare zielkorrigierte Leseschärfe 0,11 ± 0,07 logMAR bei der festgelegten Nahentfernung (40 cm) und 0,09 ± 0,07 logMAR bei der subjektiv bevorzugten Nahentfernung (39,97 ± 2,0 cm). Bei der festgelegten Intermediärentfernung (66 cm) betrug die postoperative mittlere binokulare zielkorrigierte Leseschärfe 0,07 ± 0,08 logMAR. Die bevorzugte mittlere Entfernung lag bei 50,65 ± 4,2 cm mit einer mittleren zielkorrigierten Leseschärfe von 0,12 ± 0,07 logMAR.
Schlussfolgerung: Die Leseschärfe im Intermediär- und Nahbereich hat sich nach der beidseitigen Implantation einer EDoF-Intraokularlinse deutlich verbessert. Die Analyse zeigt eine gute Lesefähigkeit für die festgelegten und subjektiv bevorzugten Entfernungen.



