38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Objektive Prismenbestimmung mittels VR-Technologie – deterministische Messung und KI-unterstützte Interpretation
Text
Zielsetzung: Die prismatische Versorgung bei binokularen Sehstörungen stellt in der Praxis eine besondere Herausforderung dar, da subjektive Prüfverfahren häufig zeitaufwendig und untersucherabhängig sind. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung einer innovativen VR-basierten, objektiven Methodik zur Prismenbestimmung unter Einbindung eines KI-gestützten Sprachdialogs.
Methodik: Es wurden N=10 Patienten (Alter 53+-16Jahren) mit Asthenopie, Doppelbildern und instabilem Binokularsehen untersucht. Es wurden horizontale und vertikale Augenwinkelfehler in 9 Blickrichtungen objektiv erfasst und daraus ein prismatischer Ausgleich berechnet. VR Ocu.Motion bestimmt in 9 Blickrichtungen die Winkelfehler, die Stereopsis, die Fusionslatenzzeit, die Sakkaden und davon abgeleitete Aspekte wie Inkomitanz und Motilitätsdefizite in 9 Blickrichtungen. Der ermittelte Prismawert ist damit das Ergebnis einer fusionierten Binokularsituation aus rechtem und linkem Auge. Ergänzend erfolgte ein Sprachdialog KI-Dr. Neurovis basierend auf dem deterministisch erzeugten VR Ocu.Motion Befund und einer strukturierten Anamnese.
Die durch das Prisma subjektiv wahrgenommene Sehverbesserung wurde anhand des Bagolini-Test analysiert. Dabei wurde der Bagolini-Testbefund ohne Prisma versus mit Prisma verglichen.
Ergebnisse: In 9 von 10 Fällen zeigte sich eine subjektive Sehverbesserung und eine Fusion im Bagolini-Test. Die prismatische Korrektur führte zu stabiler Fusion ohne Hinweise auf eine okulomotorische Dekompensation.
Schlussfolgerung: Die vorgestellte Methodik ermöglicht eine objektive, fusionsbasierte und praxisnahe Unterstützung der prismatischen Entscheidungsfindung. Sie basiert auf nachvollziehbaren und transparenten Mess- und Bewertungsgrundlagen.



