Logo

38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Objektive Analyse der Kontrastempfindlichkeit und Halos bei sechs multifokalen Intraokularlinsen (mIOLs) bei jungen Probanden unter Verwendung des Real-Artificial-Lens-Simulators (RALV)

Carolina Lago - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Augenheilkunde, Hamburg
Andreas Honeder - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Augenheilkunde, Hamburg
Felix Hagenau - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Augenheilkunde, Hamburg
Martin Spitzer - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Augenheilkunde, Hamburg
Johannes Birtel - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Augenheilkunde, Hamburg

Text

Ziel: Ziel dieser Studie war es, Unterschiede in Kontrastempfindlichkeit (CS), Halos und Defokuskurven zu untersuchen, indem die natürliche Linse junger Probanden mit Messwerten von sechs multifokalen Intraokularlinsen (mIOL) verglichen wurde.

Methoden: Der RALV-Simulator ermöglicht die präoperative Quantifizierung optischer Phänomene von Intraokularlinsen, darunter CS, Halos und Defokuskurven. Untersucht wurden sechs mIOLs: 1stQ Liberty² 3,00 (1stQ, Deutschland); Alcon Clareon PanOptix 3,25 (Alcon, USA); Teleon Lentis MF30 3,00 (Teleon, Deutschland); Zeiss AT Lisa tri 3,33 (Zeiss, Deutschland); Max Vision 2,80 (Ophthalmopro, Deutschland); Rayner Galaxy 3,00 (Rayner, Vereinigtes Königreich). Ausgangswerte für CS und Halos mit der Null-Linse (natürliche Linse) wurden statistisch mit den mIOL-Messungen verglichen. Einschlusskriterien waren natürliche Linse, Alter ≥19 Jahre, BCVA ≥20/25 (Snellen), Sphäre ±4,0 D, Zylinder ±2,0 D sowie keine sehbeeinträchtigenden Augenerkrankungen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 35 Augen eingeschlossen. Die natürliche Linse zeigte den höchsten mittleren CS-Wert (1,44 logCS Weber). Unter den mIOLs wurde der höchste CS-Wert bei der Rayner Galaxy gemessen (1,29 logCSW), während PanOptix, Lisa Tri und Max Vision die niedrigsten Werte aufwiesen (1,13logCSW). Halos waren bei allen mIOLs im Vergleich zur natürlichen Linse signifikant stärker ausgeprägt. Die Rayner Galaxy zeigte die geringsten(10,38mrad), die Lisa Tri (16,40mrad) die stärksten Halo-Werte.

Schlussfolgerung: RALV ermöglicht die präoperative Simulation der optischen Leistung multifokaler Intraokularlinsen und die objektive Quantifizierung lichtbedingter Phänomene. Im Vergleich zur natürlichen Linse zeigten mIOLs eine reduzierte Kontrastempfindlichkeit und stärkere Halos. Die Simulation kann die patientenorientierte IOL-Beratung unterstützen und ist potenziell auch für die zukünftige Linsenentwicklung relevant.