38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Visuelle Ergebnisse einer fokuserweiternden Monofokallinse mit Mini-Monovisions-Strategie
Text
Zielsetzung: Um den steigenden Bedürfnissen heutiger Kataraktpatienten nach einer besseren Sehqualität in verschiedenen Distanzen gerecht zu werden, können innovative monofokale Intraokularlinsen (IOL) Aberrationen höherer Ordnung (HOA) modifizieren und einen verbesserten Intermediärvisus erzielen. In dieser prospektiven Studie wurde die visuelle Leistung einer neuartigen, fokuserweiternden Monofokallinse unter Anwendung einer Mini-Monovisions-Strategie untersucht.
Methode: Es wurden 100 Augen (50 Patienten) mit geplanter bilateraler Kataraktoperation in diese prospektive Studie eingeschlossen. In beide Augen wurde eine fokuserweiternde monofokale Vivinex Impress IOL (Hoya Surgical Optics) implantiert und eine emmetrope (0D) sowie gering myope (-0.75D) Zielrefraktion im dominanten bzw. nicht-dominanten Auge geplant. Zwei bis vier Monate postoperativ wurden manifestes refraktives sphärisches Äquivalent (MRSE), binokularer unkorrigierter Visus, Defokuskurve, Pupillengröße, IOL Verkippung und Dezentrierung, Titmus-Stereosehen, korneale HOAs sowie der subjektive, funktionelle Visus (VF-7) analysiert.
Ergebnis: Das MRSE betrug -0.14±0.26 D und -0.84±0.44 D im dominanten bzw. nicht-dominanten Auge. Der mittlere binokulare unkorrigierte Visus (UDVA, UIVA80cm, UIVA66cm) lag bei ≤0.05 logMAR, der Nahvisus (UNVA) war 0.20±0.11 logMAR. Die Defokuskurve zeigte einen breiten Sehbereich mit ≤0.2 logMAR von +0.50 D bis -2.22 D. Photopische Pupillengröße und korneale sphärische Aberrationen zeigten einen signifikanten Einfluss auf den Intermediärvisus (p<0.05). Korneale HOAs, IOL Verkippung und Dezentrierung waren insgesamt gering. Alle Patienten (100%) verneinten erhöhtes Blendungsempfinden, Alltagsbeeinträchtigungen (VF-7) und Stereosehen waren unauffällig.
Schlussfolgerung: Die bilaterale Implantation einer fokuserweiternden Monofokallinse unter Anwendung einer Mini-Monovision zeigte eine ausgezeichnete visuelle Leistung über verschiedene Entfernungen. Eine hohe subjektive funktionelle Sehleistung sowie ein geringes Blendungsempfinden unterstreichen diesen kombinierten Ansatz.



