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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Real-World-Ergebnisse eines suprachoroidalen Glaukom-Implantats (MINIject)

Peter Szurman - Knappschaft Kliniken Saar GmbH, Augenklinik Sulzbach, Sulzbach
André Trouvain - Knappschaft Kliniken Saar GmbH, Augenklinik Sulzbach, Sulzbach

Text

Zielsetzung: Untersuchung zu Sicherheit und Wirksamkeit eines minimal-invasiven, suprachoroidalen Glaukom-Implantats (MINIject®, iSTAR Medical, Wavre, Belgien) bei Patienten mit medikamentös unzureichend kontrolliertem Glaukom unter Realbedingungen.

Methode: Monozentrische, retro- und prospektive Analyse der Ergebnisse nach ab interno Implantation des MINIject® bei 406 Augen, ohne vorheriges Auswaschen der drucksenkenden Medikation. Intraokulardruck (IOD), Anzahl drucksenkender Medikamente, Endothelzellzahl (ECC) und unerwünschte Ereignisse wurden perioperativ sowie 3, 6, 12 und 24 Monaten nach dem Eingriff kontrolliert.

Ergebnisse: Das mittlere Follow-up betrug 310 ± 251 Tage. Unter den Augen waren 260 (64%) mit Primärem Offenwinkelglaukom, 130 (32%) mit Sekundärglaukom (hierunter 74 (18%) Augen bei Pseudoexfoliationssyndrom, 16 (4%) bei Pigmentdispersionssyndrom und 40 (10%) mit selteneren Glaukomformen wie nach Uveitis, Trauma oder mit juvenilem Glaukom) sowie 16 (4%) mit primärem Engwinkelglaukom. Bei 271 (67%) Augen erfolgte die Implantation als stand-alone Eingriff und bei 135 (33%) kombiniert mit Kataraktoperation. 94 (23%) der Augen hatten bereits zuvor eine andere Glaukomoperation. Der IOD sank von 20,9 ± 6,7 mmHg präoperativ auf 16,1 ± 4,2 mmHg nach 1 (n=193) und 14,8 ± 4,4 mmHg nach 2 Jahren (n=92), wobei eine IOD-Senkung von ≥ 20% in 54% der Fälle und ein Zieldruck von ≤ 18 mmHg in 88% nach 2 Jahren erreicht wurden. Die drucksenkende Medikation wurde von 3,1 ± 1,3 präoperativ auf 1,6 ± 1,5 nach 1 Jahr (35% komplette Medikamentenfreiheit) und 2,1 ± 2,1 nach 2 Jahren reduziert. Die ECC blieben während des gesamten Nachkontrollintervalls stabil.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Endophthalmitis, Aderhautblutung, Erblindung) traten nicht auf. In 13% waren postoperative Hyphämata nachweisbar, in 2% ein fibrinöser Vorderkammerreiz, 4 Fälle zeigten eine fokale Descemetolyse, in 4 Fällen bestand eine Hypotonie mit Aderhautschwellung, in 20 Fällen eine numerische späte Hypotonie < 6 mmHg (nach ≥ 1 Monat) und in 18 Fällen eine Hypertonie > 30 mmHg (an ≥ 2 aufeinanderfolgenden Kontrollen). Glaukom-Folgeeingriffe waren in 36% erforderlich.

Schlussfolgerung: Die Implantation des MINIject® führt auch unter Real-Life-Bedingungen zu einer anhaltenden IOD-Senkung und Medikamentenreduktion bis zu 2 Jahre nach Implantation, ohne den Visus bedrohende schwerwiegende unerwünschte Ereignisse.