Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Raffung des M. serratus anterior und Release des M. pectoralis minor verbessert die Ergebnisse bei therapierefraktärer scapulärer Dyskinesie (STAM 2)
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Die Skapulopexie ist eine effektive Therapie der konservativ therapierefraktären symptomatischen scapulothorakalen Dyskinesie. Bei Patient*innen mit erhaltener Funktion des Musculus serratus anterior, kann eine Wiederherstellung der Skapula-Position ohne eine rigide Rippen-Fixierung das Auftreten von Osteolysen und anderer Komplikationen reduzieren. In dieser Studie wird eine modifizierte Technik – „Serratus Anterior Plication and Pectoralis Minor Release“ (SAPPER) – vorgestellt sowie deren Ergebnisse in der Therapie bei Patient*innen mit therapierefraktärer scapulärer Dyskinesie (STAM 2) und assoziierten neurologischen Symptomen.
Material und Methoden: Eingeschlossen wurden Patient*innen mit symptomatischer scapulärer Dyskinesie (STAM 2), bei denen die Elektromyographie eine Funktionsstörung des unteren Plexus brachialis ohne Nachweis einer peripheren Nervenläsion zeigte und eine Schulter-MRT Rotatorenmanschettenrupturen oder Instabilitäten ausschließen konnte. Die klinische Nachuntersuchung erfolgte frühestens 6 Monate postoperativ durch zwei unabhängige Untersucher. Prä- und postoperative Unterschiede wurden analysiert. Zusätzlich wurde in einer Subgruppenanalyse der Einfluss einer additiven präoperativen medikamentösen Therapie untersucht.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 40 Patient*innen mit einer mdn. präoperativen Symptomatik von 4 [3–6] Jahre eingeschlossen. Intraoperativ zeigten sich SLAP-Läsionen (77,5%), Läsionen des Rotatorenintervalls (27,5%) und mediale Pulley-Läsionen (70%). Der Constant Score, der Subjective Shoulder Value, die Numeric Rating Scale sowie die Schulterflexion verbesserten sich signifikant vom präoperativen Ausgangswert bis zur letzten Nachuntersuchung (p < 0,0001). Alle Patientinnen und Patienten berichteten über eine vollständige Rückbildung der neurologischen Symptome. Eine präoperative Medikation gegen neuropathische Schmerzen oder Kortikosteroide hatte keinen signifikanten Einfluss auf die klinischen Ergebnisse.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die SAPPER-Technik ist eine sichere und effektive Modifikation der klassischen Skapulopexie. Sie verbessert die Skapulaposition und die Funktion des Musculus serratus anterior ohne rippenbasierte Fixation und reduziert somit potenzielle Komplikationen. Bei Patient*innen mit therapierefraktärer scapulärer Dyskinesie (STAM 2) führt dieses Verfahren zu einer relevanten Verbesserung von Schmerzen, Funktion und Beweglichkeit.



