Logo

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Raffung des M. serratus anterior und Release des M. pectoralis minor verbessert die Ergebnisse bei therapierefraktärer scapulärer Dyskinesie (STAM 2)

Davide Cucchi - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
Amadeo Touet - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
Christos Koukos - Sports Trauma and Pain Institute, Thessaloniki, Medical Center Wuppertal, Thessaloniki, Griechenland
Alberto Alfieri Zellner - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
Jonas Roos - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
Robert Ossendorff - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
Kristian Welle - Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Bonn, Deutschland
Alejandro Marty - Clinica Sanatorio Aleman, Trauma and Orthopaedic Department, Concepcion, Chile
Fredy Montoya - Clinica Sanatorio Aleman, Trauma and Orthopaedic Department, Concepcion, Chile

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Skapulopexie ist eine effektive Therapie der konservativ therapierefraktären symptomatischen scapulothorakalen Dyskinesie. Bei Patient*innen mit erhaltener Funktion des Musculus serratus anterior, kann eine Wiederherstellung der Skapula-Position ohne eine rigide Rippen-Fixierung das Auftreten von Osteolysen und anderer Komplikationen reduzieren. In dieser Studie wird eine modifizierte Technik – „Serratus Anterior Plication and Pectoralis Minor Release“ (SAPPER) – vorgestellt sowie deren Ergebnisse in der Therapie bei Patient*innen mit therapierefraktärer scapulärer Dyskinesie (STAM 2) und assoziierten neurologischen Symptomen.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden Patient*innen mit symptomatischer scapulärer Dyskinesie (STAM 2), bei denen die Elektromyographie eine Funktionsstörung des unteren Plexus brachialis ohne Nachweis einer peripheren Nervenläsion zeigte und eine Schulter-MRT Rotatorenmanschettenrupturen oder Instabilitäten ausschließen konnte. Die klinische Nachuntersuchung erfolgte frühestens 6 Monate postoperativ durch zwei unabhängige Untersucher. Prä- und postoperative Unterschiede wurden analysiert. Zusätzlich wurde in einer Subgruppenanalyse der Einfluss einer additiven präoperativen medikamentösen Therapie untersucht.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 40 Patient*innen mit einer mdn. präoperativen Symptomatik von 4 [3–6] Jahre eingeschlossen. Intraoperativ zeigten sich SLAP-Läsionen (77,5%), Läsionen des Rotatorenintervalls (27,5%) und mediale Pulley-Läsionen (70%). Der Constant Score, der Subjective Shoulder Value, die Numeric Rating Scale sowie die Schulterflexion verbesserten sich signifikant vom präoperativen Ausgangswert bis zur letzten Nachuntersuchung (p < 0,0001). Alle Patientinnen und Patienten berichteten über eine vollständige Rückbildung der neurologischen Symptome. Eine präoperative Medikation gegen neuropathische Schmerzen oder Kortikosteroide hatte keinen signifikanten Einfluss auf die klinischen Ergebnisse.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die SAPPER-Technik ist eine sichere und effektive Modifikation der klassischen Skapulopexie. Sie verbessert die Skapulaposition und die Funktion des Musculus serratus anterior ohne rippenbasierte Fixation und reduziert somit potenzielle Komplikationen. Bei Patient*innen mit therapierefraktärer scapulärer Dyskinesie (STAM 2) führt dieses Verfahren zu einer relevanten Verbesserung von Schmerzen, Funktion und Beweglichkeit.