Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Frühfunktionelle Analyse nach Syndesmosenstabilisierung bei Sprunggelenksfraktur – dynamische versus statische Verfahren im Vergleich
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Akute Sprunggelenksfrakturen mit ligamentärer Instabilität im Sydesmosenkomplex sorgen im Hinblick auf das funktionelle Outcome nach operativer Stabilisierung immer wieder für Kontroversen. Ziel dieser Studie ist es, frühe funktionelle Ergebnisse nach dynamischer versus statischer Syndesmosenstabilisierung mittels instrumenteller Analyse zu vergleichen.
Material und Methoden: In dieser prospektiven, randomisierten, monozentrischen Studie wurden Patienten mit akuten Sprunggelenksfrakturen (AO 44 B/C) zwei Gruppen zugeteilt: statische Stellschraube (ST) oder dynamische Fixation (TR; TightRope®). Patienten mit intakter Syndesmose und rein osteosynthetischer Versorgung (OS) bilden die Referenzgruppe. Nachuntersuchungen erfolgten postoperativ nach acht Wochen sowie vier Monaten und umfassten 3D-Ganganalyse, Bewegungsumfang (ROM), klinische Scores (FAOS, AOFAS) sowie sonographische und radiologische Verlaufskontrollen. Zum Zeitpunkt dieser Interimsanalyse waren insgesamt 52 Patienten in diese Studie eingeschlossen; die vorliegende Auswertung basiert auf 48 Messungen von 24 vollständig nachuntersuchten Patienten. Die Daten wurden mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) analysiert. Signifikanz wurde bei p < 0,05 angenommen.
Ergebnisse: In der 3D-Ganganalyse zeigte sich zwischen den Gruppen acht Wochen postoperativ ein signifikanter Unterschied im Bewegungsumfang des oberen Sprunggelenks. Patienten nach Stellschraubenimplantation wiesen geringere ROM auf als Patienten nach dynamischer Stabilisierung oder mit intakter Syndesmose (ST: 15,8 ± 6,6° vs. TR: 24,2 ± 4,6° vs. OS: 23,6 ± 6,8°; p = 0,022) (Abbildung 1 [Abb. 1]). Auch die Ganggeschwindigkeit war in der Stellschraubengruppe signifikant reduziert (ST: 0,50 ± 0,16 m/s vs. TR: 0,85 ± 0,20 m/s vs. OS: 0,92 ± 0,09 m/s; p < 0,001). Ein Unterschied ist auch in den erhobenen FAOS-Fragebögen zu verzeichnen. In der Stellschraubengruppe war der FAOS-Score, der auf den Selbstauskünften der Patienten basierte, niedriger als in der Referenzgruppe und der dynamischen Stabilisierung (ST: 41,1 ± 14,2% vs. OS: 77,2 ± 10,7% vs. TR: 77,2 ± 19,6%; p < 0,001). Vier Monate postoperativ bestand weiterhin ein signifikanter Gruppenunterschied im Bewegungsumfang (p < 0,05). Auch im FAOS-Score blieb der Unterschied bestehen (ST: 56,4 ± 18,1% vs. OS: 89,0 ± 6,9% vs. TR: 87,8 ± 14,7%; p < 0,001).
Diskussion und Schlussfolgerung: In der frühen postoperativen Phase zeigen sich funktionelle Unterschiede zwischen den operativen Versorgungsstrategien. Patienten mit dynamischer Fixation zeigen in den ersten Monaten eine bessere funktionelle Regeneration als Patienten nach statischer Stellschraubenversorgung, was sich insbesondere in der instrumentellen Ganganalyse widerspiegelte. Diese funktionellen Vorteile gingen mit einer rascheren Wiedererlangung der Gehfähigkeit, einer subjektiv höheren Lebensqualität sowie einer früheren Wiederaufnahme alltäglicher und beruflicher Aktivitäten einher. Damit ist ein mögliches gesundheitsökonomisches Potenzial infolge verkürzter Rehabilitationszeiten verbunden.




