Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Assoziation zwischen körperlicher Aktivität und der zellulären und molekularen Zusammensetzung von Leukozytenarmem PRP: Eine prospektive Beobachtungsstudie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Platelet-Rich Plasma (PRP) wird zunehmend in der muskuloskelettalen Medizin eingesetzt. Körperliche Aktivität beeinflusst inflammatorische Signalwege, die Regulation von Wachstumsfaktoren sowie die Thrombozytenbiologie und könnte somit als präanalytischer Einflussfaktor für die PRP-Qualität relevant sein. Ziel dieser prospektiven Beobachtungsstudie war es, den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und der zellulären und molekularen Zusammensetzung von leukozytenarmem PRP (LP-PRP) zu untersuchen.
Material und Methoden: In diese prospektive Beobachtungsstudie wurden 68 gesunde Probanden eingeschlossen. Die sportliche Aktivität der letzten sechs Monate wurde per Selbstauskunft erfasst und in drei Kategorien klassifiziert: Nichtsportler (< 1 h/Woche), Freizeitsportler (1–8 h/Woche) und Leistungssportler (> 8 h/Woche). Zusätzlich wurden der Trainingsumfang (Stunden pro Woche) sowie der dominante Trainingsmodus (Ausdauer vs. Kraft) separat erhoben. Die Konzentrationen von Erythrozyten, Leukozyten-Subpopulationen und Thrombozyten wurden im Vollblut und im LP-PRP bestimmt. Interleukin-6 (IL-6), Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), Platelet-Derived Growth Factor-BB (PDGF-BB) und Hepatocyte Growth Factor (HGF) wurden mittels ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) im LP-PRP quantifiziert. Gruppenvergleiche erfolgten mittels Kruskal-Wallis-Test mit Bonferroni-adjustierten Post-hoc-Analysen, Korrelationen (Stunden pro Woche/Proteine) mittels Spearman-Rangkorrelation.
Ergebnisse: Zwischen den Sportintensitätsgruppen bestanden signifikante Unterschiede hinsichtlich der Konzentrationen von IL-6, IGF-1 und HGF sowie der Thrombozytenzahlen im Vollblut und im LP-PRP. Die Thrombozytenzahlen im Vollblut und LP-PRP waren bei Freizeitsportlern im Vergleich zu Leistungssportlern signifikant höher, während im LP-PRP von Leistungssportlern signifikant erhöhte Konzentrationen von IL-6, IGF-1 und HGF gemessen wurden. Der wöchentliche Trainingsumfang korrelierte positiv mit den Konzentrationen von IL-6, IGF-1 und HGF sowie negativ mit PDGF-BB und den Thrombozytenzahlen im Vollblut und LP-PRP. Darüber hinaus war Ausdauertraining mit niedrigeren Thrombozytenzahlen, einer reduzierten PDGF-BB und einer erhöhten HGF-Konzentrationen in LP-PRP assoziiert, während Krafttraining positiv mit IGF-1 korrelierte.
Diskussion und Schlussfolgerung: Diese Daten zeigen, dass das Ausmaß und Art der körperlichen Aktivität relevant mit der biologisch aktiven zellulären und molekularen Zusammensetzung von LP-PRP assoziiert ist. Die Unterschiede, einschließlich spezifisch erhöhter Proteinkonzentrationen bei gleichzeitig reduzierter Thrombozytenzahl im LP-PRP von Leistungssportlern, könnten auf veränderte thrombozytäre Aktivierungs- oder Freisetzungsmechanismen im Kontext erhöhter körperlicher Aktivität hinweisen. Zukünftige kontrollierte Interventionsstudien mit standardisierten Expositionsbedingungen und klinischen Endpunkten sind erforderlich, um die klinische Relevanz dieser Assoziationen für PRP-basierte muskuloskelettale Therapien weiter zu klären.



