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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Innovative Zellschutzstrategien in der Infiltrationstherapie: Hyaluronsäure kompensiert Triamcinolon-bedingte Zytotoxizität an Gelenkfibroblasten

Anja Zhang - Klinikum Ingolstadt - Klinik für Akutgeriatrie und Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin, MUM – Muskuloskelettales Universitätszentrum München, München, Deutschland
Andreas Ficklscherer - MUM – Muskuloskelettales Universitätszentrum München, München, Deutschland
Thomas Niethammer - MUM – Muskuloskelettales Universitätszentrum München, München, Deutschland
Boris Holzapfel - MUM – Muskuloskelettales Universitätszentrum München, München, Deutschland
Peter Müller - MUM – Muskuloskelettales Universitätszentrum München, München, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die intraartikuläre Anwendung von Lokalanästhetika und Kortikosteroiden ist fester Bestandteil der orthopädischen und unfallchirurgischen Schmerztherapie. Parallel dazu gewinnt der Einsatz zytoprotektiver Substanzen zunehmend an Bedeutung, um potenzielle Zellschädigungen durch diese Wirkstoffe zu minimieren. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Verständnisses molekularer Zellreaktionen zielt diese Untersuchung darauf ab, neue Wege im Zellschutz zu identifizieren. Im Fokus steht die Analyse der zelltoxischen Effekte von Ropivacain und Triamcinolon – einzeln sowie in Kombination – auf humane Gelenkfibroblasten und die potenzielle Schutzwirkung von Hyaluronsäure und Cyanidin als zytoprotektive Begleittherapie.

Material und Methoden: Humane Fibroblasten wurden in einer Dichte von 0,5×10⁴Zellen/cm² kultiviert und mit Ropivacain sowie Triamcinolon in Konzentrationen von 0,5%, 0,25% und 0,125% behandelt. Die Substanzen wurden einzeln und kombiniert appliziert; Kulturmedium diente als Negativkontrolle. Nach einer initialen 30-minütigen Exposition und anschließendem Mediumwechsel erfolgten Inkubationen über 1 h, 24 h und 7 Tage bei 37°C. Mittels FACS-Analyse nach AnnexinV-/PI-Doppelfärbung wurde der Anteil lebender, apoptotischer und nekrotischer Zellen bestimmt. Der Einfluss von Hyaluronsäure und Cyanidin auf die Zellvitalität wurde erfasst und statistisch mittels univariater Varianzanalyse (ANOVA; p<0,05) ausgewertet.

Ergebnisse: Ropivacain führte zu keiner signifikanten Veränderung der Zellvitalität im Vergleich zur Kontrolle (p=0,2). Triamcinolon und die Kombination aus Ropivacain+Triamcinolon zeigten dagegen eine signifikante Reduktion vitaler Zellen nach 24 h und 7 Tagen (p=0,003). Die Zugabe von Hyaluronsäure reduzierte diese zytotoxischen Effekte und führte zu keinem signifikanten Unterschied gegenüber der Kontrollgruppe (p=0,09). Im Gegensatz dazu zeigte die Kombination mit Cyanidin weiterhin eine signifikante Abweichung von der Kontrolle (p=0,001).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse belegen eine zytotoxische Wirkung von Triamcinolon auf humane Gelenkfibroblasten, die durch gleichzeitige Gabe von Hyaluronsäure signifikant abgeschwächt werden kann. Cyanidin hingegen zeigte keinen protektiven Effekt. Diese Daten unterstreichen das Potenzial von Hyaluronsäure als zellschützende Komponente in der Lokalanästhetika- und Kortikosteroid-Infiltration. Unsere Ergebnisse eröffnen Perspektiven für innovative, kombinatorische Therapiekonzepte, die Zellschutz und klinische Wirksamkeit gleichermaßen berücksichtigen.