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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Management von Bissverletzungen in einem überregionalen Traumazentrum in Deutschland

Franziska Keßler - Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
Johannes Frank - Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
Ingo Marzi - Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
Rene Verboket - Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Ziel der Studie war es, die epidemiologischen Charakteristika, das Therapiekonzept der primären aggressiven Spülung und das Auftreten möglicher Komplikationen bei Bissverletzungen in einem überregionalen Traumazentrum in Deutschland zu analysieren.

Material und Methoden: Patienten, die im Zeitraum Januar 2023 bis Dezember 2024 mit Bissverletzungen in unserer zentralen Notaufnahme vorstellig wurden, wurden retrospektiv in die Studie eingeschlossen. Demographische Daten, bestehende Begleiterkrankungen, Verletzungsmuster, durchgeführte therapeutische Maßnahmen sowie aufgetretene Komplikationen wurden erfasst und ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt fanden sich im angegebenen Zeitraum 157 Patienten mit Bissverletzungen. 51,5% der Betroffenen waren weiblich, mit einem Durchschnittsalter von 35,2 Jahren. In der untersuchten Kohorte wurden 42% der Bissverletzungen durch Hunde, 27,4% durch Katzen und 17,8% durch Menschen verursacht. Die Mehrheit der Verletzungen (n = 102, 65%) waren an der oberen Extremität lokalisiert. 73% der Patienten hatten eine penetrierende Bissverletzung. Diese Patienten erhielten je nach Biss eine kalkulierte antibiotische Therapie über mindestens 5 Tage. Zudem wurde bei allen ein chirurgisches Debridement durchgeführt. In 96,4% dieser Fälle konnte dies in einem Eingriffsraum in der Notaufnahme in Lokalanästhesie durchgeführt werden, 3,6% mussten auf Grund schon vorliegender Infektzeichen und Ausdehnung des Lokalbefundes im Operationssaal gespült werden. Eine zweite operative Spülung war bei primär aggressivem Debridement war in keinem der Fälle erforderlich.

Diskussion und Schlussfolgerung: Bissverletzungen treten am häufigsten an der oberen Extremität auf und werden vornehmlich durch Hunde verursacht. Zur Minimierung der Spätkomplikationen durch Infekte ist ein frühzeitiges, aggressives lokales Wunddebridement und die Gabe von kalkulierter antibiotischer Therapie innerhalb der ersten 24 Stunden entscheidend.