Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Neue Technik zur biologischen Augmentation bei SC-Gelenk-Luxationen – eine Pilotstudie am Humanpräparat
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Bei chronischen SC-Gelenk-Luxationen ist eine biologische Augmentation häufig erforderlich. Die Platzierung von Bohrkanälen für Transplantate gestaltet sich in dieser Region jedoch technisch anspruchsvoll. Ziel dieser Studie war es, die Machbarkeit einer Stabilisierung des SC-Gelenks mittels eines lokal verfügbaren klavikulären Periostlappens (clavicular periosteal flap -CPF) oder sternalen Periostlappens (sternal periosteal flap – SPF) zu evaluieren.
Material und Methoden: Die Präparation erfolgte an SC-Gelenken (n=9) von Körperspendern. Der CPF wurde von drei Seiten vom Knochen abgelöst, wobei seine Verbindung zum SC-Gelenk erhalten blieb. Zwei 1,6-mm-Bohrlöcher wurden im Sternum angelegt, der CPF über das Gelenk auf das Sternum geschlagen und mit nicht resorbierbarem Faden fixiert. Zusätzlich erfolgte eine „figure-of-8“-Verschnürung über ein 1,6-mm- Bohrloch in der Klavikula zur zusätzlichen Stabilisierung. Die Lappendimensionen und die Überlappung am Sternum wurden gemessen. Umgekehrt wurden in ausgewählten Präparaten auch SPFs präpariert und in analoger Weise fixiert. Der Lappen wurde über das SCG umgeschlagen und transossär fixiert. Länge, Breite und klavikuläre Überlappung des Periostlappens wurden gemessen. Die Periostlappen wurden biomechanisch in einer uniaxialen Zugprüfmaschine (TH2730, Fa. Grip- Engineering, Nürnberg, Germany) getestet.
Ergebnisse: Die Mobilisierung und Fixation der CPFs gelang in allen Präparaten problemlos. Die durchschnittliche Länge und Breite betrugen 3,5 × 2,6 cm, die sternalen Überlappungen 2,0 cm. In vier Präparaten konnten zuä̈tzlich SPFs mobilisiert werden (mittlere Länge/Breite 3,0 × 2,6 cm, klavikuläre Überlappung 2,1 cm). Beide Lappentypen zeigten ausreichende Größe und Stabiliä̈t zurÜ̈berbrückung des Gelenkspalts. Die biomechanische Testung der Periostlappen ergab eine mittlere Spannung bei 50% Dehnung (σ (50%)) von 0.30 ± 0.12 N/mm2 , eine Maximalkraft (Fmax) von 18.5± 8.89 N, eine maximale Spannung (σmax) von 0.48 ± 0.08 N/mm2, eine Dehnung bei Maximalkraft (ε(Fmax)) von 1.69 ± 0.82%, sowie eine Dehnung beim Versagen (ε at failure) von 2.36 ± 1.41%.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die vorgestellte Technik zur Stabilisierung des SC-Gelenks unter Verwendung eines lokal verfügbaren CPF/SPF ist technisch durchführbar und bietet potenzielle Vorteile durch die Vermeidung einer Sehnentransplantatentnahme sowie die Reduktion möglicher Komplikationen. Sie könnte künftig eine sinnvolle Option für die biologische Augmentation in akuten und chronischen Fällen darstellen.



