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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Periprothetische Frakturen der oberen Extremität nach Schulter- und Ellenbogen-Totalendoprothese: Langzeitoutcome im Single-Center-Design

Angelika Schwarz - AUVA – UKH Steiermark, Standort Graz, Graz, Österreich
Teresa Pranzl - AUVA – UKH Steiermark, Standort Graz, Graz, Österreich
Victoria Anelli-Monti - AUVA – UKH Steiermark, Standort Graz, Graz, Österreich
Michael Plecko - AUVA – UKH Steiermark, Standort Graz, Graz, Österreich

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die inverse Schulter-Totalendoprothese (ITEP) stellt eine etablierte Therapieoption bei komplexen Schulterpathologien dar und wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung sowie höherer funktioneller Patientenansprüche zunehmend implantiert. Parallel zur steigenden Implantationsrate nimmt auch die Inzidenz periprothetischer Frakturen kontinuierlich zu und stellt eine relevante klinische Herausforderung dar. Auch die Ellenbogen-Totalendoprothese (ETEP) ist eine etablierte Therapieoption in der komplexen Ellenbogenchirurgie. Trotz geringerer Implantationszahlen ist auch hier ein Anstieg periprothetischer Frakturen zu beobachten, insbesondere vor dem Hintergrund älterer und zunehmend multimorbider Patientenkollektive. Ziel dieser Studie war die Analyse der Inzidenz, des klinischen Langzeitoutcomes sowie der Komplikationsrate periprothetischer Frakturen nach ITEP und ETEP in einem Single-Center-Kollektiv.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 2008 bis 2025 wurden an unserem Zentrum insgesamt n = 566 Patient:innen mit einer ITEP versorgt (w:m = 2,2:1; Follow-up [FU] 1–15 Jahre; mittleres Alter bei Operation 72 Jahre, Range 43–90). Zwischen 2001 und 2025 erhieltenn= 121 Patient:innen eine ETEP (w:m = 3:1; FU 0,6–22 Jahre; mittleres Alter 70 Jahre, Range 28–94). Eingeschlossen wurden ausschließlich Patient:innen mit definiertem Implantatdesign (ITEP: Delta Xtend, MedActa, Tornier; ETEP: Coonrad/Morrey oder NEXEL) und einem Mindest-Follow-up ≥ 1 Jahr. Die Kollektive wurden retrospektiv hinsichtlich des Auftretens periprothetischer Frakturen analysiert. Zur Outcome-Analyse wurden der altersadaptierte Constant Score (CSa), der Mayo Elbow Performance Score (MEPS) sowie der Single Assessment Numeric Evaluation Score (SANE) erhoben. Die statistische Auswertung erfolgte deskriptiv und inferenzstatistisch (p< 0,05) unter Berücksichtigung klinischer und radiologischer Ereignisse.

Ergebnisse: Die Gesamtkomplikationsrate periprothetischer Frakturen betrug 2,1% nach ITEP und 6,6% nach ETEP. Beide Gruppen zeigten eine hohe Patientenzufriedenheit bei guten funktionellen Ergebnissen. Nach ITEP betrug der mittlere SANE 79% und der altersadaptierte Constant Score 89 Punkte. Nach ETEP zeigte sich ein mittlerer SANE von 88% und ein MEPS von 92 Punkten.

Diskussion und Schlussfolgerung: Periprothetische Frakturen nach inverser Schulter-Totalendoprothese (ITEP) und Ellenbogen-Totalendoprothese (ETEP) stellen trotz insgesamt niedriger Inzidenz eine anspruchsvolle klinische Problemstellung dar. Bei adäquater operativer Strategie, erfahrener chirurgischer Expertise und strukturierter Nachbehandlung können jedoch stabile Rekonstruktionen und gute funktionelle Langzeitergebnisse erzielt werden. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer individualisierten Indikationsstellung, einer suffizienten präoperativen Planung sowie der Behandlung in spezialisierten Zentren zur Minimierung von Komplikationen und Optimierung des funktionellen Outcomes.