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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Präoperativer Valgus und Achskorrektur zeigen keinen Einfluss auf die klinischen Ergebnisse nach lateraler unikompartimenteller Knieendoprothetik

Sarah Knopf - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Raphael Trefzer - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Johannes Weishorn - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Mustafa Canberk Göktepe - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
André Lunz - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Tobias Reiner - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Tilman Walker - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Mustafa Hariri - Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob der Schweregrad der präoperativen Valgusdeformität sowie das Ausmaß der mechanischen Achskorrektur das Implantatüberleben und die patientenberichteten klinischen Ergebnisse nach lateraler unikompartimenteller Knieendoprothetik (UKA) beeinflussen.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse von 138 lateralen UKAs (fixed-bearing) mit prospektiv erhobenen klinischen und radiologischen Daten durchgeführt. Die mechanische Beinachse (mHKA) wurde prä- und postoperativ bestimmt. In 104 Fällen wurden die klinischen Ergebnisse anhand des Oxford Knee Score (OKS), des Forgotten Joint Score (FJS) sowie einer visuellen Analogskala (VAS) zur Schmerzerfassung erhoben. Die Patientenkohorte wurde entsprechend des präoperativen Valgusgrades in drei Gruppen eingeteilt: mild (0–3,9°, n = 24), moderat (4–7,9°, n = 38) und ausgeprägt (≥8°, n = 42). Gruppenvergleiche erfolgten mittels Kruskal-Wallis-Test. Der Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Achskorrektur (ΔAchse = postoperativer minus präoperativer mHKA) und den klinischen Ergebnissen wurde mithilfe der Spearman-Rangkorrelation analysiert. Zusätzlich wurde eine Subgruppenanalyse durchgeführt, in der Patientinnen und Patienten mit postoperativer Varusstellung (mHKA < 0°) mit jenen mit neutraler oder valgischer Beinachse mittels Mann-Whitney-U-Test verglichen wurden. Das Signifikanzniveau wurde auf p < 0,05 festgelegt.

Ergebnisse: Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 3,2 ± 1,7 Jahren traten zwei Revisionen (1,4%) aufgrund persistierender postoperativer Schmerzen auf, wodurch keine aussagekräftige Überlebensanalyse möglich war. Die mittlere präoperative Valgusdeformität betrug 7,3° ± 4,2° und wurde auf eine mittlere postoperative Beinachse von 1,7° ± 2,0° korrigiert. Die durchschnittliche Achskorrektur lag bei −5,6° ± 3,6°. Zwischen den drei Valgus-Schweregradgruppen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im OKS, FJS oder in der VAS (alle p > 0,05). Das Ausmaß der Achskorrektur korrelierte nicht mit den funktionellen Ergebnissen oder dem Schmerzempfinden (OKS: r = 0,13, p = 0,18; FJS: r = 0,02, p = 0,81; VAS: r = 0,01, p = 0,94). Auch Patientinnen und Patienten mit postoperativer Varusstellung (n = 19) zeigten vergleichbare klinische Ergebnisse im Vergleich zu neutral oder valgisch ausgerichteten Kniegelenken (n = 85; alle p > 0,05).

Diskussion und Schlussfolgerung: Weder der Schweregrad der präoperativen Valgusdeformität noch das Ausmaß der mechanischen Achskorrektur beeinflussen die kurz- bis mittelfristigen klinischen Ergebnisse nach lateraler UKA. Eine moderate Überkorrektur in den Varus oder verbleibende Achsabweichungen scheinen klinisch gut toleriert zu sein und unterstützen das Konzept einer individualisierten Achsstrategie anstelle einer strikt mechanisch neutralen Ausrichtung.