Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Knöchern eingeschränkte Dorsalextension im Klumpfuß mit Flat-Top-Talus –kann eine Wachstumslenkung mit flexiblen Klammern die Fußhebung verbessern?
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Der Flat-Top-Talus ist eine mögliche Komplikation im Verlauf der Klumpfußentwicklung und kann eine knöcherne Bewegungseinschränkung im oberen Sprunggelenk verursachen. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Veränderungen der Sprunggelenksmorphologie sowie der Dorsalextension unter ventraler temporärer Hemiepiphysiodese der distalen Tibia mittels flexibler Klammern zu analysieren.
Material und Methoden: Im Zeitraum von 2009 bis 2025 konnten 13 Patient:innen mit insgesamt 15 Flat-Top-Talus-Deformitäten bei Klumpfuß in dieser retrospektiven, monozentrischen Studie eingeschlossen werden. Alle erhielten bei eingeschränkter Dorsalextension im oberen Sprunggelenk mit knöchernem Anschlag eine Wachstumslenkung der distalen ventralen Tibia mittels flexibler Klammer¹ .Zur Beurteilung der morphologischen Veränderungen des Sprunggelenks wurden der laterale distale Tibiawinkel (LDTA) sowie die maximal erreichbare Dorsalextension vor, während und nach der Behandlung bestimmt. Die statistische Analyse erfolgte unter anderem mithilfe von t-Tests.
Ergebnisse: Insgesamt wurden bei 13 Kindern im Alter von 5–13 Jahren (Median 8) 15 flexible Klammern implantiert. Zwei der Klammern mussten aufgrund einer Dislokation während des Wachstums gewechselt werden. Zwei weitere Patient:innen gingen im Follow-up verloren, wobei die Klammern weiterhin in situ verblieben. Bei keinem der Patient:innen kam es zu einem Impingement oder Beschwerden durch das Implantat. Das mediane Follow-Up lag bei 16 Monaten (Spanne 3–51 Monate). Zum Zeitpunkt der Auswertung war die Wachstumslenkung bei vier Patient:innen abgeschlossen. Unter laufender Hemiepiphysiodese zeigte sich eine signifikante Abnahme des LDTA von 5,5° (0–10,4°; p < 0,001) mit einer mittleren monatlichen Reduktion des LDTA von 0,4°. Bei abgeschlossener Wachstumslenkung betrug die mediane Reduktion 6,7° (4,4–8,3°). Im weiteren Follow-Up nach Explantation zeigte sich bei keinem der Kinder ein knöcherner Anschlag bei maximaler Dorsalextension. Die jeweilige mögliche Dorsalextension verbesserte sich im Mittel um 5°. Bei zwei der vier Kinder lag bei letztem Follow-Up ein Rezidiv der Achillessehnenverkürzung vor.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die flexible Klammer scheint als Implantat zur Wachstumslenkung bei Flat-Top-Talus im Klumpfuß eine funktionierende und komplikationsarme Option darzustellen. Der LDTA kann durch die Hemiepiphysiodese der ventralen distalen Tibia signifikant reduziert werden und somit die knöcherne Einschränkung der Dorsalextension verbessern. Die klinisch maximal erreichbare Dorsalextension ist jedoch auch maßgeblich von der Weichteilsituation der Achillessehne abhängig, sodass die Dehnung der Wadenmuskulatur weiterhin unerlässlich in der Rezidivprophylaxe des Spitzfußes bleibt.



