Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Komplikationsarme CT-navigierte C1–C2-Verschraubung bei geriatrischen Patienten mit Anderson-D’Alonzo-Typ-II-Frakturen
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Densfrakturen sind häufige Verletzungen der oberen Halswirbelsäule, insbesondere bei älteren Patienten nach Niedrigenergie-Traumata. Die Anderson-D'Alonzo Typ II Fraktur gilt als instabilste Form mit hoher Non-Union-Rate. Die transartikuläre C1/C2 Verschraubung bietet eine stabile Fixierung und kann neurologische Komplikationen vermeiden. Die intraoperative spinale Navigation soll die Präzision der Schraubenplatzierung verbessern und Komplikationen minimieren.
Material und Methoden: Diese retrospektive, monozentrische Studie umfasst 35 Patienten mit einer C1/C2 Verschraubung nach einer Typ II Odontoidfraktur. Erfasst wurden demographische Daten, der Traumamechanismus, die stationäre Liegedauer sowie die Op Zeit. Alle Patienten erhielten prä- und postoperative CTs zur Beurteilung der Frakturausrichtung und Schraubenlage. Die Operation erfolgte in Bauchlage, teils mit Mayfield-Klemme. Nach einem zentralen Längsschnitt wurde auf die knöchernen Landmarken präpariert. Die intraoperative Navigation (Brainlab) wurde kalibriert, um eine präzise Schraubenplatzierung zu gewährleisten. Das verwendete Implantatsystem stammte von Neon Ulrich. Die Schraubenlage wurde anhand des Abstands zur inneren Kortikalis, des ventralen Überstands und des Abstands zu den Gefäßkanälen bestimmt. Ein zusätzliches intraoperatives CT zur Lagekontrolle wurde nicht durchgeführt. Der Wundverschluss erfolgte nach lokaler Applikation von Vancomycin.
Ergebnisse: Das überwiegend vorerkrankte Patientenkollektiv wies ein Durchschnittsalter von 78 Jahren auf. Die intraoperative Navigation wurde bei allen Patienten eingesetzt. Es traten keine relevanten Schraubenfehlpositionen sowie keine Myelon- oder Gefäßverletzungen auf. Postoperativ wurden keine Wundinfektionen beobachtet. Die postoperativen CT-Analysen zeigten eine durchgehend präzise Schraubenlage.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Behandlung von Typ-II-Densfrakturen bleibt insbesondere im geriatrischen Patientenkollektiv ein kontrovers diskutiertes Thema. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die navigierte C1/C2-Verschraubung eine präzise, sichere und komplikationsarme Methode zur Stabilisierung bei älteren Patienten darstellt. Während konservative Behandlungsstrategien eine gewisse Konsolidierung ermöglichen, weisen operative Verfahren höhere Fusionsraten und eine geringere Mortalität auf. Die C1/C2-Verschraubung stellt eine bewährte Alternative zur anterioren Odontoidverschraubung dar und gewährleistet auch im geriatrischen Patientengut eine stabile Fixierung. Die intraoperative Navigation optimierte die Schraubenplatzierung entscheidend, sodass keine Schraubenfehlpositionen, Myelon- oder Gefäßverletzungen auftraten. Postoperativ wurden keine Wundinfektionen beobachtet. Die CT-Messungen bestätigten eine exakte Schraubenlage mit geringen Abweichungen zur inneren Kortikalis und einem kontrollierten ventralen Überstand. Trotz notwendiger Kalibrierung blieb die Operationszeit insgesamt kurz. Die navigierte C1/C2-Verschraubung stellt somit eine sichere und geriatriegerechte Behandlungsoption dar.



