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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Die Dynamik der Rehabilitation: Veränderung der Patientenzufriedenheit nach einer Knie-TEP in der prospektiven FInGK Studie

Lisa Schwarzkopf - Department für Versorgungsforschung, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Hannes Jacobs - Department für Versorgungsforschung, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Uwe Maus - Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Max Ettinger - Universitätsklinik für Orthopädie Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Falk Hoffmann - Department für Versorgungsforschung, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Gesine H. Seeber - Universitätsklinik für Orthopädie Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland; Abteilung für Orthopädie Universitätsklinik Groningen, Groningen, Niederlande

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Wie verändert sich die Patientenzufriedenheit, sowie die damit verbundenen biopsychosozialen Parameter zwei und zwölf Monate nach einer Knie- Totalendoprothese (Knie-TEP)? 20% der Patient:innen sind trotz guter objektiver Ergebnisse nach einer Knie-TEP unzufrieden. Diese Studie analysiert frühe postoperative Veränderungen in der Patientenzufriedenheit zwischen zwei bis zwölf Monaten und damit verbundene biopsychosoziale Faktoren.

Material und Methoden: Die FInGK Studie ist eine prospektive Kohortenstudie mit 227 Patient:innen, die eine elektive Knie-TEP zwischen Dezember 2019 und Mai 2021 an einer deutschen Universitätsklinik erhalten haben. Die Daten wurden präoperativ (t0), zwei (t1) und zwölf Monate (t2) postoperativ mit einem selbstauszufüllenden Fragebogen erhoben. Dieser enthielt unter anderem den Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index (WOMAC Score), WHO Well-Being Index (WHO-5 Score) und eine Frage zur Patientenzufriedenheit. Die Variablen der Studienpopulation wurden hinsichtlich der Zufriedenheit mit der Knie-TEP nach zwölf Monaten deskriptiv analysiert (Prozentwerte, Mittelwert, SD). In Bezug auf die Patient Reported Outcome Measures (PROMs) wurden Mittelwerte ausgewertet. Zusätzlich wurden die p-Werte für kategoriale Variablen mithilfe des Chi-Quadrat-Tests berechnet und für kontinuierliche Variablen mithilfe des t-Tests und der Varianzanalyse (ANOVA) ermittelt.

Ergebnisse: Insgesamt waren 59,0% der Studienpopulation weiblich, das Durchschnittsalter betrug 68,2 Jahre, der durchschnittliche BMI lag bei 32,8 kg/m2 und die Hälfte der Teilnehmenden hatte einen niedrigen Bildungsstand. Darüber hinaus lebten 22,5% der Patient:innen allein, und 14,1% gaben an, über ein geringes soziales Unterstützungssystem zu verfügen. In der gesamten Studienpopulation wurden vom präoperativen Zeitpunkt bis zwei und zwölf Monate postoperativ minimal klinisch relevante Verbesserungen des WOMAC-Scores (47,3 vs. 69,0 vs. 76,5) sowie des WHO-5 Scores (43,7 vs. 59,1 vs. 66,4) beobachtet. Ein Drittel der nach zwölf Monaten unzufriedenen Patient:innen, war signifikant jünger (66,5 vs. 69,1 Jahre; p=0,046) und vermehrt Raucher:innen (16,2% vs. 6,5%; p=0,021). 21,9% erlebten eine Veränderung ihrer Zufriedenheit: 11,6% wechselten von zufrieden (t1) zu unzufrieden (t2), während sich 10,3% von unzufrieden (t1) zu zufrieden (t2) verbesserten.

Diskussion und Schlussfolgerung: Es zeigen sich verschiedene Patientengruppen, die jeweils unterschiedliche Zufriedenheitsgrade und biopsychosoziale Profile nach einer Knie-TEP aufweisen. Es könnte vorteilhaft sein, auf entsprechende Verläufe von Patient:innen im Rehabilitationsprozess nach einer Knie-TEP einzugehen, um die Gesamtzufriedenheit der Patient:innen mit dieser Prozedur zu erhöhen. Deshalb sind weitere Studien mit größeren Fallzahlen erforderlich, um frühe postoperative Ergebnisse und Veränderungen im zeitlichen Verlauf nach einer Knie-TEP zu untersuchen.